Wie wunderbar man doch beim Teig kneten meditieren kann. Ich beobachte meine Gedanken (wie Wölkchen lasse ich sie dahin ziehen!), ich höre mir selber zu, und gleichzeitig besinne ich mich darauf, dass da offensichtlich noch etwas ist. Denn wenn ich innerlich quatsche (kaum der Rede wert!) und das gleichzeitig beobachten kann, dann muss da ja noch eine sein. Stimmt´s oder stimmt´s?

Wenn ich mich also auf die Beobachtende konzentriere, wenn mir klar wird, dass diese andere immer da ist, immer da war, immer da sein wird – das ist doch das Versprechen? – dann könnte ich mich eigentlich mal entspannen. So grundsätzlich. Schönes Gefühl. Und fast ein wenig heilig.

Auftritt Kunde. Sie kenne ich doch, möchte ich sagen, verkneife es mir aber. Heute möchte der Mann eine Bockwurst probieren. Aber gern. Er isst, ich mache weiter meine Arbeit.

„Wie lange haben sie abends eigentlich geöffnet?“
„Bis 19.00 Uhr.“
„Ach so?“

„Ist das Bier?“
„Ja, es kommt aus Österreich.“
„Ach so?“

„Pizza gibt es auch?“
„Ja, wir machen sie selbst (ich rolle hier seit gefühlten zehn Minuten meinen Teig).“
„Ach so?“

Noch ein „ach so“ und ich verliere die Contenance. Dass er aus Sachsen kommt, kann ich nicht als Entschuldigung gelten lassen.
„Ich nerve, stimmt´s?“
Mein Knurren kann alles mögliche bedeuten. Auch dass ich die Frage völlig absurd finde.

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