Seit einiger Zeit ist das Wort Meditation ja in aller Munde. Leider oft in Kombination mit einer Art Heiligenschein. Ich meditiere, dann muss ich doch wahnsinnig spirituell sein, oder? Wahnsinnig vielleicht. Trotzdem gibt es immer wieder auch Lichtblicke. Menschen, die über das Thema so beeindruckend schreiben, dass selbst der genervteste Mensch (ich also) es lesen kann. Tim Parks hat es geschafft. Und jetzt habe ich noch einen gefunden. Das Buch ist mir sozusagen in die Hände gefallen. Beim Aufräumen des Gästezimmers übrigens. “Triffst du Buddha, töte ihn!”
Blöder Titel, dachte ich. Aber dann habe ich mit der alten Bettwäsche unter dem Arm ein paar Sätze gelesen, und schon hatte er mich. Andreas Altmann spricht mir aus dem Herzen. Viele Sätze könnten von mir sein. Nur dass ich nicht so eine große Reisende bin. Aber alles, was er zum Thema Guru sagt, über das “selber denken”, über das Ego, Buddhismus usw., da stimme ich ihm zu. Auch ich will an nichts glauben, will keiner Sekte angehören, keine Buddhistin werden, ick bin ja schon wat, da muss ick nich noch wat werden, ich möchte keinen Lehrer anhimmeln, auch mein Ego will ich nicht loswerden, mir wäre schon recht, wenn es ab und zu ein wenig kleiner wäre, dafür übe ich mich schließlich im “sitzen”. Wofür sonst? Okay, auch die Schmerzen lassen sich damit ein wenig zähmen. Manchmal.
Der Autor zitiert in seinem Buch Richard Gere, der auf die Frage, warum er denn Buddhist geworden ist, sagte, damit er nicht verrückt wird. Aus demselben Grund schreibe ich. Und meditieren tu ich, weil ich dieses innere Gequatsche zügeln will. Aber es wäre vielleicht gar nicht so schlecht, mal einen richtigen Anlauf zu nehmen. Mit einer Stunde täglich ist es vielleicht nicht getan. Andererseits schreckt mich der Gedanke an das viele Sitzen auch. Zehn Tage? So viele Stunden? Nahezu bewegungslos? Da werde ich jetzt mal drüber meditieren.

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