Archiv für das Thema: Alltag

im Offenen Atelier, wo die Gießener Freundin malt – auch wenn sie erst denkt, sie könne es gar nicht – und für später habe ich eine kleine Führung durch die Gärtnerei organisiert, die ich schon lange besuchen möchte. Die Gärtnerin kenne ich vom Malen, ein patente, zupackende Person, so wie die meisten der Frauen hier. Wir bestaunen die verschiedenen Kürbissorten, von schwarz zu orange zu gelb, den Schwarz- und Spitzkohl, die vielen verschiedenen Kräuter, alles eben, kaufen köstliche kleine Tomaten und würden uns ohne Begleitung sicher verlaufen. Und das machst Du alles allein? Ja, das macht die junge Frau alles allein. In einer 60-Stunden-Woche. Dabei ist sie heiter und vergnügt. Weil es ihr Spaß macht. Am Samstag verkauft sie Blumen, Gemüse, Pflanzen auf einem Markt in Potsdam.

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der Silberreiher. Heute zähle ich zehn. Ich möchte diese Luft trinken, möchte mich in die Wiese werfen. Es ist so schön, lebendig und munter zu sein. Sogar wenn ich nach Berlin fahren muss, weil da Zahlen auf mich warten. Als ich gestern am späten Abend – ich war vorher mal wieder in Sachen Rastplatz Kraniche unterwegs – das unheimliche Objekt weit hinter dem Deich gesehen habe, wurde mir nach einer Weile doch recht mulmig. Ich hatte das Dingens anfangs für ein Flugzeug gehalten. Aber die fliegen nicht auf und ab, nicht hin und her, nicht hoch und runter. Die richten auch keine großen Scheinwerfer zu uns rüber. Es wird eine Erklärung geben. Eine Riesendrohne. Eine Nachtbestäubung aus der Luft. Was auch immer.

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ist die Wiese nass, da freue ich mich über meine blauen Gummistiefel. Obwohl ich sie eigentlich immer trage, wenn ich draußen bin. Aber gerade jetzt, in dieser Jahreszeit, finde ich es besonders schön, morgens mit dampfendem Kaffee durch den Garten zu laufen, den Bullen guten Tag zu sagen, den Reifegrad der letzten Brombeeren, der Himbeeren zu überprüfen. Das Licht ist klar, die Luft frisch, die dicken Socken in den Stiefeln sind angebracht, und die warme Weste habe ich gestern auch ausgebuddelt. Herr, es ist Zeit. Bald werde ich in den Alleen wandern. Der Hausmann schrieb mir gestern, jetzt käme die Zeit der Unverzagten. Wahrscheinlich will er noch lange täglich im See schwimmen.

 

immer wieder Kraniche und Gänse über den Garten. Schön in Formation. Deswegen wollte ich heute endlich den Platz suchen, an dem sich die Kraniche abends treffen. Ihre Unterhaltungen hört man ja deutlich, wahrscheinlich sind sie irgendwo an der Alten Jäglitz. Weil ich faul bin, habe ich das Rad genommen, mit dem ich nun alle paar Meter im sandigen Waldboden versinke. Es kostet Nerven und Energie, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Auf einer Wiese stehen sehr idyllissch Stuten mit ihren Fohlen. Und dann sind da auch die Kraniche. Die ich mehr ahne als sehe. Ich hätte vielleicht das Fernglas. Als ich mich vorsichtig in ihre Richtung bewege, erheben sie sich mit großem Getöse. Tut mir leid Sorry.

 

haben mir einen Teller voll mit Kartoffelsalat und gebratenem Zander gebracht, damit ich heute Abend, wenn ich aus der Kirche komme, etwas zu essen habe. Ich bin gerührt. Und neidisch. Die haben es gut. Die können zum Baden fahren. Oder sich unter die Eßkastanie knallen. Während ich arme ich…Trotzdem mache ich mich dann einigermaßen entspannt auf den Weg. Das wundert mich. Unterwegs bitte ich noch schnell darum, dass es entweder nicht so heiß wird oder dass mir die Hitze nichts ausmacht. So oder so, du kannst es dir überlegen. Und dann wird es eigentlich recht nett. Ohne eigentlich.

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haben das Weite gesucht. Vermutlich war ich ihnen zu laut. Ich habe eine Stunde lang den Benzin-Rasenmäher durch den Garten gezerrt. Jetzt sieht es dort aus wie Kraut und Rüben. Ganz anders, als wenn der Hausmann oder Herr S. das erledigen. Und fertig bin ich noch lange nicht. Vielleicht habe ich einen Sonnenstich. Meine Gehirnmasse scheint sich jedenfalls vergrößert zu haben. Ein Aufsitz-Mäher wäre schön und bei der Größe des Geländes auch angemessen. Auf so einem Ding saß in Sieversdorf gestern recht vergnügt eine junge Frau. Ich habe freundlich gegrüßt, auch ich war vergnügt. Auf dem Rückweg schon viel weniger, mir war entschieden zu warm.

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um 4.44 Uhr auf bzw. schau um 4.44 Uhr auf mein Handy. Und dann sehe ich mir von meinem Fenster aus den Himmel an. Sehe den immer weiter abnehmenden Mond, rechts von ihm die Venus, und links vom Mond ist Orion aufgestiegen, mein Lieblingssternbild. Vielleicht weckt mich das Schrecken der Rehe. Vielleicht ist es ein Zeichen. Du bist mit allem verbunden, meine Liebe. Heute habe ich allerdings durchgeschlafen bis 8. Kein Wunder, ich war ziemlich fertig, als ich gestern Abend aus der Stadt gekommen bin. Die Hitze, das Warten vor dem Standesamt, das Sitzen im Café, das ist alles nichts für mich. Aber nun ist es geschafft. Die Spanierin hat ihren Meister geheiratet.

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sieht gut aus. Sie schmeckt allerdings nicht ganz so gut, wie sie aussieht. Ich hätte vielleicht doch nicht mit Blätterteig arbeiten sollen. Die Wäsche auf der Leine ist fast trocken. Die Besuchstermine wurden besprochen, bestätigt. Im September ist einiges los bei mir. Verschiedene Gäste, Veranstaltungen vom Arbeitskreis, und mit den Interviews für die Ausstellung im nächsten Jahr sollte ich auch mal anfangen. Aber erst die Hochzeit. Die liegt mir auf dem Magen. Bzw. die Kleiderfrage tut es. Was ziehe ich an? Ich habe nichts. Was natürlich Quatsch ist. Hatte ich schon einen Auftritt in blumig? Kaffee. Zuerst brauche ich Kaffee.

 

leuchtet blausa. Die Kälber sind neugierig aber schreckhaft. Wenn ich mich nicht bewege, dann kommen sie dicht an den Zaun, strecken mir die Nase entgegen, sehen mich aus ihren großen Augen eindringlich an. Isst du Tiere? Nur ganz, ganz selten. Kein Wiener Schnitzel in den letzten Monaten. Ehrlich. Wäre ich nicht so faul, könnte ich jetzt noch zu den Kranichen gehen. Die junge Frau, die hier in der Nachbarwohnung Urlaub gemacht hat, erzählte von den verschiedenen Rastplätzen. Ganz besonders wäre es am Gülper See. Als wüsste ich das nicht. Ich musste immer ein wenig lachen, wenn sie mit großer Begeisterung von den alten Alleen, den besten Wegen über die Deiche, den schönsten Wegen zur Havel schwärmte. Eine lebendige und patente Person. Und ihr Hund ist auch so nett.

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dieser zweite August-Mond. Ich wache um 4 auf, da leuchtet er direkt in mein Zimmer. Allerdings ist das Schauspiel lange nicht so beeindruckend wie gestern Abend. Da hätte ich mich am liebsten von Himmel und Wolken aufsaugen lassen. Während ich auf den Schlaf warte, fallen mir ein paar Zeilen ein. Neuerdings reimt es sich ja wieder. Vielleicht der Anfang eines Gedichtes. Damit ich sie nicht vergesse, hole ich mein Notizbuch. Mehr kommt dann aber nicht. Eine Stunde später hat der Nebel meine Wiese verschluckt.

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