Archiv für das Thema: Alltag

wiegen sich im Wind. Als wir neulich nach der kleinen Radtour zum 3-Dörfer Blick – 12 km gerade mal – auf der Hollywoodschaukel saßen, haben wir verschiedene Nachschlagewerke (Bücher aus Papier) zu den Heilwirkungen der Silberdistel befragt. Dabei fanden wir heraus, dass es sich bei den schönen Riesen gar nicht um Silber-, sondern um Eselsdisteln handelt. Die App hätte es sofort gewusst. Eine andere App hat den fröhlichen Morgensinger identifiziert. Eine Mönchsgrasmücke. Wenn die Wetter-App doch auch so zuverlässig wäre.

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das Bett frisch bezogen. Umgezogen. In das kleinere Zimmer, in dem es nicht nur gemütlicher ist, sondern tatsächlich heller, in das die Sonne aber nur früh am Morgen oder später am Abend direkt hinein scheint. In der Zeit dazwischen kann oder könnte ich bei diesen Temperaturen also nicht ganz so arg erhitzt wie sonst am Schreibtisch sitzen. Der Freund repariert das Licht an dem Fahrrad, das er mir geschenkt hat. Auch eins von den geretteten, die er im desolaten Zustand findet und aufbaut. Bis zum Supermarkt bin ich damit schon gefahren, ich glaube, wir passen zusammen.

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Seit gestern bin ich wieder in Buckow, geflüchtet aus der WG, so könnte man wohl sagen. Dabei hatte ich überlegt, eine Nacht wenigstens zu bleiben, nachdem ich mich vom Fräulein verabschiedet hatte. Dieser traurige Hundeblick. Du willst mich jetzt wirklich alleine lassen? Aber du bist doch nicht lange alleine. Und dann sind Mama und Papa wieder da. Mama und Papa, geht’s noch? Der Bäcker hatte bereits geschlossen, in dem ich Kuchen für den Hausmann und mich kaufen wollte.

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werde ich leicht angestupst. Willst du nicht aufstehen? Mit mir laufen, spielen, oder noch besser, mir etwas zu fressen geben? Nein, will ich eigentlich nicht. Aber mein Schlaf ist so leicht dieser Tage, mir ist klar, dass ich nicht wieder einschlafen werde. Also bitte. Gehen wir vor die Tür. Neulich habe ich eine Frau getroffen, die mit Hund und Kaffeetasse unterwegs war. Hätte ich dran denken können. So stolpere ich ohne Kaffee hinter dem Fräulein her. Erinnere mich nach einigen Minuten daran, dass ein junger Hund immer Freude am Lernen hat. Also. Sitz. Bleib. Ich entferne mich, drehe mich nicht um. Wenn sie dann auf Abruf auf mich zurennt, 100 Meter in 5 Sekunden oder so, habe auch ich meinen Spaß.

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ist 10 Monate alt und ziemlich wild. Sie springt den anderen Hunden – wenn sie es zulassen – auf den Rücken, den Bauch, sie klammert, umschlingt, rollt, und wenn ich sie an der Leine habe, muss ich zusehen, dass ich nicht auf den balgenden Fellhaufen falle. Ich habe es erst einmal erlebt, dass ein anderes Tier eine derartige Autorität hatte, dass sie freiwillig auf Abstand blieb, es erst gar nicht versuchte. Und das ganz ohne Drohgebärde vorher, ohne Knurren. Schlichte Körpersprache. Der entsprechende Chef sagte, das wäre immer so. Man könnte seine Fellnase – ein älterer Herr von 13 Jahren – auch als Therapie-Hund einsetzen.

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doch hier unten in der Werkstatt/im Büro des Freundes ist es wesentlich kühler als oben in meinem Zimmer. Während ich nach den wunderbaren Tagen der Abstinenz am Laptop sitze – wir hatten in Schweden meist kein WLan, den Laptop hatte ich sowieso nicht dabei – ist der Mopedfahrer ständig in Bewegung. Erstaunlich, dass er noch nicht versucht hat, mich zu einer Radtour zu überreden. Er hat schon für einen Freund die Espressomaschine repariert, an einem seiner Motorräder (keine Mopeds, das ist schlichte Untertreibung) geschraubt, Sättel an Fahrrädern ausgewechselt, Ketten gekürzt, den Freilauf repariert, an seinem neuen Lieblingsrad (seit Schweden) geschweißt, jetzt hat er die Wäsche von der Leine genommen.

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Ob das der Freund ist, der schon den Bus aufräumt? Oder wieder nur der Nachbar? So wie heute Morgen, als ich aus dem Bett gesprungen (okay, gekrochen) bin, weil es so gut nach Kaffee roch? Und dann gab es keinen. Jedenfalls nicht bei uns. Aber selbst ist die Frau, das ist natürlich kein Problem. Ein echtes Problem dagegen ist die Seele. Bzw. ihre Abwesenheit. Der Körper hier, sie schwebt noch irgendwo über Schweden. Über der Hanöbucht. Oder über der beeindruckenden Schärenlandschaft des Asnen Sees, an dessen Ufern wir die letzten Tage an unterschiedlichen Plätzen verbracht haben. Der letzte der schönste.

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wird mein Einsatz anspruchsvoller sein. Als ich den Freund frage, ob das schon alles gewesen ist – ich musste auf Zuruf ein Ventil schließen – sagt er, ich würde eben langsam an die schwierigen Aufgaben herangeführt. Und dass wir in der nächsten Runde ein Walkie Talkie brauchen. Albatros ruft Butterblume. Ist wohl klar, wer Butterblume ist. Die Vorräte im Bus sind aufgefüllt. Nudeln. Espresso. Risotto-Reis. Rote Linsen. Dann schreibe ich noch schnell meiner Zahnfee eine Mail.

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sitzt auf einem Zweig und denkt darüber nach, wie er an die Kirschen kommt. Das Objekt der Begierde wird angeflogen, aber nicht immer klappt es mit dem Einsammeln. Auch der Eichelhäher bedient sich. Die Hälfte der Kirschen liegt allerdings schon unter dem Baum, ganze Büschel landen dort, wir fegen sie täglich zusammen. Als ich gestern Abend aus dem Büro kam, roch es schon wieder verdächtig. Der junge Italiener, der hier genau wie ich vorübergehend eine Bleibe gefunden hat, ist manchmal traurig. Stress in der Beziehung. Dann macht er Pizza, sagt er und hält mir einen Teller entgegen.

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Eine Verabredung am Ostbahnhof. Ich habe ganz vergessen, wie es ist, wenn man in Neukölln mit dem Bus im Stau steht. Wenn man Ostkreuz den richtigen Bahnsteig sucht. Und das Gewimmel am Zielort war mir auch fremd. Nach drei Stunden fühlte ich mich wie einmal durch den Fleischwolf gedreht. Oder so ähnlich. In Situationen, in denen ich mich gestresst oder überfordert fühle – oder wenn ich längere Zeit über Zahlenreihen am Computer sitze – dann muss ich essen. Nach zwei Stunden im Büro z. B. plündere ich das Fach mit den Süßigkeiten. Die ich dann in mich hineinstopfe.

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