Archiv für das Thema: Alltag

Und ich wache auf, weil sie irgendwo in mir drin rumoren, und natürlich schlafe ich dann nicht wieder ein. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel gelesen und mich so viel geärgert habe. Studien. Statistiken. Dokumente. Artikel. Interviews. Einerseits bin ich schon wieder ein wenig beruhigt, weil sich inzwischen doch etliche Menschen Gedanken machen und diese auch aussprechen.

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lebendig bleiben und unabhängig, das wünsche ja nicht nur ich mir, das wünschte die Schweizer Psychoanalytikerin Jeanette Fischer auch ihrer Freundin Marina Abramovic zum 75sten Geburtstag. So habe ich es gerade in einem sehr interessanten Interview vom 30. November 2021 gehört. Vorher hatte ich mir noch schnell das Buch bestellt, das nach viertägigen Gesprächen entstanden ist, die beide Frauen 2015 miteinander geführt haben. Ich bin gespannt. Zumal mir mit diesem Interview ein Gedanke eingepflanzt wurde, über den ich so noch nicht nachgedacht habe.

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haben es sich anders überlegt. Die Russin und ihr Sohn – das wusste ich von Anfang an -, die Frau aus Österreich, die in der Nähe ihrer Eltern sein möchte. Der Meister wirkte gerade eben ein wenig hektisch in der Küche, er macht sich Sorgen. Kein Wunder, in drei Wochen zieht er mit der Spanierin aus. Ich kenne das alles zur Genüge. Die anfängliche Begeisterung – kann ich auch sofort? – das abrupte Ende. Oh…isse so weit weg von die Stadt. Seit dem Tod des Redners kommen und gehen sie. Wo ist der Zettel, auf dem ich alle Namen notiert habe? Wie viele waren es in den letzten fünf Jahren?

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bauen sie Schneefiguren, bei mir fliegen die Marienkäfer durch die Gegend. Die Freundin hat mir den Artikel über die Einsiedelei bei Saalfelden in den Briefkasten gesteckt, für die sie einen neuen Einsiedler suchen, der dort von April bis Oktober leben soll. Interessant, dass ich zuerst in mein E-Mail-Postfach geschaut habe, nachdem sie mir via Messenger „Bitte schauen Sie in Ihren Briefkasten“ geschrieben hatte. Eine richtige Einsiedelei also. Davon abgesehen, dass die bisherigen Eremiten männlichen Geschlechts waren, eindeutig einer Religionsgemeinschaft angehörten, ich glaube, dass meine Vorstellungen doch in eine andere Richtung gehen.

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scheinen alle irgendwohin unterwegs zu sein. Von mir einmal abgesehen, ich bin jetzt schon die vierte Woche am Stück zu Hause. Aber die anderen. Sie sind verliebt, bald oder schon verreist, fangen einen neuen Job an. Die Spanierin zieht mit ihrem Meister in eine eigene Wohnung, der Iraker möchte in das Zimmer der Spanierin. Ich weiß auch warum. Das Zimmer ist zwar dunkel, liegt direkt neben dem Wohnzimmer, aber es hat durchaus Vorzüge. Im Sommer ist es kühl, im Winter wird es muckelig warm, und oft fühlt es sich an, als hätte man das gesamte Erdgeschoss für sich allein. So habe ich es jedenfalls empfunden, als ich dort gewohnt habe.

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vom Wannsee zur Glienicker Brücke. Eine meiner Lieblingsstrecken, die ich allerdings schon länger nicht gelaufen bin. Nun bin ich sie mit dem Herrn W. gegangen, den ich wie ein paar andere Freunde zur Zeit eher draußen treffe. Wo ich hoffentlich niemanden anstecke, ungetestet, ungeboostert usw. Natürlich habe ich dem W. dann auch das Kleistgrab gezeigt, das liegt ja quasi auf dem Weg, und die geografische Lage der verschiedenen Seen im Vergleich zum Großen Wannsee habe ich auch zu veranschaulichen versucht. Wir sind hier unten, und da oben ist ..ich bin nicht gut in diesen Dingen.

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Dann gebe ich Geld für etwas aus, das mich nur für einen kurzen Moment glücklich macht. Ich denke an die Gänsebrust (mit Rotkohl und Klößen) beim noblen Griechen gestern Abend, die ich mir – wider besseren Wissens – gegönnt habe. Wenigstens hatte ich sie schon aufgegessen, sie wäre mir sonst im Hals stecken geblieben. Dabei hatte mir die Frau am Nachbartisch – mein Alter, eher links bürgerlich – am Anfang sogar ein wenig leid getan. Ihr Partner war etwas schwer von Begriff, wie man in Berlin so sagt, das kann schwierig werden, wenn man selbst ein eher ungeduldiger Mensch ist.

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ist selbst in der Dunkelheit noch jede Menge los. Das sind die Neujahrsspaziergänger, von denen einige sogar ins Wasser steigen. Es muss kalt sein, denn manchmal höre ich ein Juchzen oder helle Schreie. Mir ist sehr warm, ich bedaure, kein Handtuch dabei zu haben. Später sitze ich noch eine Weile an der Rehwiese, auch meinem Baum statte ich einen Besuch ab. In der Küche gibt es immer noch Reste vom gestrigen Menü. Meine Mitbewohner haben sich ordentlich ins Zeug gelegt, wie ich heute Mittag beim Probieren festgestellt habe, es war alles sehr, sehr lecker. Am besten hat mir der Nudelsalat der Thailänderin gefallen. Ich esse die letzte, leider sehr kleine Portion gleich vor Ort im Stehen.

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noch zu dritt in der Küche und bereiteten das Abendessen vor. Eigentlich wollte der Iraker grillen, ich weiß nicht, ob er das bei dem Regen nun sein lässt. Aus dem Wohnzimmer drang leise Musik und ein schmaler Streifen Licht. Ich habe mir noch schnell von der Spanierin die Geschichte erzählen lassen, wie sie gestern Abend zufällig mit dem Hausmann im selben Bus gefahren ist – sie zur Nachtschicht, er unterwegs zum HBF – und wie er da seinen Rucksack hatte liegen lassen, den sie ihm dann Gott sei Dank sichern und ein Stück entgegen tragen konnte. Nun päppeln sie ihn am Bodensee mit edlem Champagner.

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kann man auch zum Abschied sagen. Jedenfalls finden das die beiden Araber, die sich bis eben auf arabisch unterhalten haben und die immer gleich ins englische wechseln, wenn einer der anderen Mitbewohner dazu kommt. Damit alle verstehen, was gesagt wird. Ich finde das sehr höflich. Während die Espressokanne noch vor sich hin röchelt, unterhalten wir uns ein wenig. Nein, wir feiern heute Abend keine Party. Es kommen lediglich ein paar Freunde, man sitzt am Kamin, trinkt, isst Schnittchen, unterhält sich.

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