Täglich wird es grüner, verschwindet etwas vom Wintergrau. Das alte Laub wird leider nicht von allein verschwinden. Auch der Strauchschnitt nicht. Ich habe Muldencontainer, Abrollcontainer recherchiert, mit der BSR telefoniert. Eine Laub- und Gartentonne könnte erst im Mai geliefert werden. In der Kiefer toben zwei Amselmännchen, die Schnäbel leicht geöffnet. Sie jagen sich, fliegen aufeinander zu, berühren sich für einen winzigen Augenblick, fliegen voneinander weg. So geht es in einem fort. Wenn ich die Augen schließe, klingt ihr Gefieder wie Wäsche im Wind. Flapp. Flapp.

 

Mit dem Mopedfahrer ins Yorck. Eigentlich hatten wir einen längeren Spaziergang geplant, doch das Wetter war nicht so einladend. Ich mag Robert Redford, Sissy Spacek noch mehr, wir haben den Plan also spontan geändert. Der Film über den Gentleman-Bankräuber plätscherte angenehm dahin, in Erinnerung bleiben wird er uns vermutlich nicht. Aber vielleicht könnte mal wieder die Floskel “gut unterhalten gefühlt” zum Einsatz kommen. Wesentlich spannender anschließend im Sufi dann “Das Siebente Siegel”. Ich lasse mir ja gerne vom Mopedfahrer Filme oder Bücher erzählen.  weiter lesen »

 

Eine spontane Anfrage, ob ich nicht Lust hätte, mit in die Ufa-Fabrik zu gehen. Von Ingo Börchers habe ich noch nie gehört, aber der Ausschnitt aus seinem Programm, den man auf Youtube sehen kann, hat mir gefallen. “Deutschland, das sind Drogeriemärkte.” Jaaa!!! Außerdem würde es mir bestimmt gut tun, meine kleine Insel mal wieder zu verlassen. Dachte ich mir ganz richtig. Im Café eine interessante Unterhaltung über Kunst und Kreativität, bevor im kleinen Saal im Stakkato-Tempo kluge philosophische und soziologische Gedanken zum Thema “Ich” auf uns einprasselten. weiter lesen »

 

Nach einer Woche mit dem Retriever wieder heimgekehrt. Vorgestern mit dem Hausmann das erste Mal mittags draußen gespeist. Eine Art Abschiedsessen, gestern ist er an den Bodensee gefahren. Kein Wunder, dass das Haus so anders wirkt. Im Vorgarten zeugt ein Haufen mit Ästen und Zweigen von seinen Aktivitäten. Auch den Efeu hat er beschnitten, das wird die Eigentümerin freuen. Es müsste einiges mehr getan werden, aber ich habe mich noch nicht von den zwei Infekten erholt. Fühle mich jeden Morgen, als hätte ich in der Nacht Berge erklommen. weiter lesen »

 

Auf dem Balkongeländer trippeln eifrig die Amseln hin und her, bervor sie in den Efeu zu den blauen Früchten fliegen. Gestern habe ich auch eine Singdrossel dort gesehen. Am Vogelhaus sind die Haubenmeisen aktiv. “Heute könnten Sie Ihr Leben verändern” (mit 50 Prozent Rabatt!) haben mir die vorgeschlagen, bei denen sich alle elf Minuten ein Single verliebt. Ich möchte im Moment vor allem eins verändern, ich möchte wieder fit sein. Die Freundin aus Gießen schrieb, bei einer Bronchitis braucht man Geduld. Der Hausmann serviert einen Kaffee aufs Zimmer. Ich übe mich…..

 

Als Kind habe ich mich darüber gewundert, dass alte Menschen, die sonst ziemlich unsicher auf den Füßen waren, immer noch Rad fahren konnten. Ich weiß bis heute nicht, warum das so ist, aber es funktioniert auch bei mir. Nachdem ich sozusagen nahtlos von dem einem in den anderen Virus gestolpert bin, in den letzten Tagen das Bett hütete und man mich mal wieder ungeschminkt als Komparsin bei The Walking Dead hätte einsetzen können, bin ich gestern flott mit dem Rad zum Supermarkt gefahren. Die kurze Strecke zu laufen habe ich mir dagegen nicht zugetraut. weiter lesen »

 

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hat sich der Noro-Virus eingeschlichen. In der Geburtstagstorte für das große Mädchen, wie man inzwischen weiß. Von der ich natürlich probiert habe. War nun also auch – einen Tag nach dem Kleinsten, der die Angelegenheit relativ zügig erledigt hat -  eine Nacht und einen Tag lang krank, so krank sogar, dass ich staune, dass ich wieder aufrecht sitzen kann. Die Freundin bisher noch verschont. Sie sagt, die Körper der noch stillenden Mütter wüssten, dass sie nicht zusammenbrechen dürfen. Sie sagt auch, dass mir frische Luft gut tun würde. Wir machen eine kleine Fahrt aufs Land. Bis heute Abend sollte ich so fit sein, dass ich in den Bus nach Berlin steigen kann.

 

Gestern Abend hat mich die Mutter meiner Freundin ins Schloss zur öffentlichen Theaterprobe eingeladen. Nach anderthalb Stunden mussten wir den Saal verlassen, dann haben sie ohne Zuschauer weitergemacht. Was ich schade fand. Auch wenn manches durcheinander ging, die Absurdität des Ganzen wurde überdeutlich. Ende der 70er Jahre hatte der Verfassungsschutz ein Loch in die Mauer der Vollzugsanstalt Celle gesprengt, angeblich wollte man einen Ausbruch eines angeblichen RAF-Mitgliedes vortäuschen, um so Kontakte zur RAF herzustellen.  weiter lesen »

 

In der Nacht ging es bei der Kleinen mit dem gerade herumspukenden Magen-Darm-Virus los. Alle paar Stunden hörte ich die Schritte von Mutter und Tochter auf der Treppe. Jetzt hängt hier überall Wäsche zum Trocknen.  Im Haus zieht es, mir ist immer kalt. Gestern Abend hatte das Kind mir noch unbedingt Zöpfe flechten und das Gesicht bemalen wollen. Ihr anschließendes Fazit. “Jetzt bist du schön. Doch in Wahrheit bist du nur eine harmlose Bäuerin.” Jetzt liegt sie im Alkoven und schläft.