Die dritte Nacht war die ruhigste bisher. Keine Blitze, kein Donnergrollen über uns, das mit seinen Schallwellen den Bus zittern lässt. Auf dem Platz haben Wohnmobile die Zelte verdrängt. Dauercamper verschandeln mit ihren Plastikleuchttürmen und Plastikhängeampeln den ehemals wilden Charakter des Waldstücks. Das neue Waschhaus sieht chicer aus als das alte, aber wir hätten es nicht gebraucht. Und das Grillen würden wir natürlich nicht gestatten. weiter lesen »

 

Unter meinem Fenster hustet Q. Zum Frühstück hört er Jazz. Gestern haben wir herumgealbert, dass er den Einlass machen könnte, wenn wir das exklusive Bistro eröffnen, das Hausmann Biestro nennen würde. Q. wäre zuständig für den Einlass und die Cocktails, und mit seinen edlen Lautsprechern könnte er den Garten musikalisch berieseln. Hausmann würde zaubern, was er eben so zaubert, während ich wahrscheinlich fürs Grobe und die Organisation zuständig wäre. Was man sich beim Verzehr köstlicher Speisen eben so zusammenfantasiert. weiter lesen »

 

Der Kaffee wird kurz nach sechs serviert. Begleitet von freundlichem Geplaudere, zu dem mir um diese Zeit nicht viel mehr als ein gelegentliches hm oder ja einfällt. Später fahren wir nach Stralsund, da war ich lange nicht. Ich fühle mich fremd, obwohl mir vieles vertraut ist. Keine Tränen in St. Nikolai, dabei sind mir die früher oft gleich beim Betreten der Kirche in die Augen gestiegen. Inzwischen zahlt man drei Euro Eintritt. Hin zu Anna selbdritt und den schönen blauen Schreiter-Fenstern in der kleinen Kapelle, alles noch da. In den Straßen und auf dem Marktplatz ein solch frischer Wind, ich schlottere. Eine halbe Stunde später im Strandkorb vor der Gorch Fock ist mir heiß.

 

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Das Interessante an dieser Stadt (neben dem Grund für meinen Besuch hier natürlich nur), die unspektakulär und aufgeräumt daherkommt, ist ihre Lage. Man ist schnell an der Ostsee, schnell am Stettiner Haff. Aber auch das Flusscafé an der Peene ist nicht zu verachten. Dort gibt es köstlichen Kuchen, exquisiten Whiskey, feine Weine von der Unstrut. Am gegenüberliegenden Ufer haben sie auch einen sehr aufgeräumten Schrottplatz, aber da muss man ja nicht hinsehen. Man kann sich schließlich auch einen Tisch mit Blick in die sich öffnende Flußlandschaft suchen. weiter lesen »

 

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Mohn

 

kommt enttäuscht aus dem Futterhäuschen. Nüscht. Nach einem schönen Wochenende ist der Alltag nicht so prickelnd. Schon gar nicht, wenn der Handwerker Löcher in Wände schlägt und neue Heizungsrohre verlegt. Aber wenigstens hat er das Leck gefunden, zumindest glaubt er das. Steine und Staub hat er nach getaner Arbeit tatsächlich mitgenommen. Vor das Loch in der Wand im Eßzimmer habe ich den Vorhang drapiert und die Lampe gestellt. Potemkin. Und die Parodontosebehandlung war auch nicht so schlimm, wie ich vorher befürchtet hatte. Ich habe sie ohne Spritze über mich ergehen lassen, bin lediglich mit dem Stuhl verwachsen. Om.