Im Magen ein eigenartiges Gefühl. Lampenfieber. Aber jetzt ist es zu spät. Ich werde es nicht mehr lernen. Vielleicht noch ein bisschen Text, aber die richtige Tonlage, den Einsatz an der entsprechenden Stelle, da muss ich mich auf die anderen Altos verlassen. Oder auf die Bässe, die Sopranos, die manchmal zumindest den Text vorgeben. Auf Zubin, der versprochen hat, man könne von seinen Lippen lesen. Ein Teleprompter wäre noch besser. Haben wir aber nicht. Und doch werde ich mit den anderen auf die Bühne gehen. Falls mir in den nächsten Stunden nichts zustößt. weiter lesen »

 

Der zweite Workshop-Abend geschafft. Go-Spell Energy. Oft finde ich den richtigen Ton nicht, ohne die kräftige Stimme neben mir sähe ich ganz schön alt aus, und bis die Texte sitzen, werden Monate vergangen sein. Monate, die wir nicht haben. Wir haben noch zweimal vier Stunden. In denen ich nicht nur an meiner Stimme üben kann. Was? Nach nur vier Tagen ein öffentlicher Auftritt? Hat der Typ sie nicht alle? Ist das nicht etwas überambitioniert? Da gehe ich nicht hin. Da mache ich auf keinen Fall mit. Wenn das nicht wirklich gut ist….also…. weiter lesen »

 

Den Vormittag mit dem Besuch aus NY am Frühstückstisch verplaudert. Politik, Kinder, das Leben hier und dort. Diverse Kaffees getrunken. Mich inspiriert gefühlt. Später mit der Spanierin im zunehmenden Nebel eine kleine Runde um die Rehwiese gelaufen. Mich an der sparsam eingesetzten Weihnachtsbeleuchtung erfreut. Dann wurde mir komisch. Wo ich wohl im nächsten Jahr um diese Zeit bin? Überflüssige Frage. Jetzt bin ich hier. Und das fühlt sich gut an. Om.

 

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Ein wenig Buchhaltung in der Praxis, anschließend nach Schöneberg, um mir mit dem Herrn Hausmann im netten alten Odeon “Arrival” in der OmU-Version anzusehen. Meist bin ich zu faul, ziehe eine synchronisierte Fassung vor, aber Paterson hatte mich mal wieder erinnert, dass die Originalfassung doch die beste ist. Beim Ansehen der Trailer waren in mir ein paar Tränen aufgestiegen, doch dann brauchte ich gar kein Taschentuch. Was nicht heißt, dass der Film mich nicht berührt hätte. Die Blicke von Amy Adams. Die Bilder. Der Verzicht auf action. Und natürlich die Fragen, die man später im Kopf hat.  weiter lesen »

 

In dem ehemaligen Landarbeiterhaus in Kleinmachnow, das der Kunstverein “Die Brücke” auf interessante Weise neu belebt hat, kann man zur Zeit nicht nur die Mitgliederausstellung “Eigenes” sehen, alle zwei Monate zeigen sie auch Filme über Künstler. Gestern eine Dokumentation über Ai Wei Wei. Ich wurde mal wieder von den Schlachtenseer Freunden im Auto mitgenommen. Hätte das Haus sonst wohl nicht verlassen bei dem Wetter. weiter lesen »

 

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John Burnside. Ich hatte noch nicht einmal von ihm gehört. Und dann falle ich in dieses Buch, fühle mich getroffen, mit einer solchen Wucht, wie es mir lange nicht passiert ist. Fange am Ende gleich noch einmal von vorn an. Eine Kritik in der ZEIT hatte mich aufmerksam gemacht. Manchmal passiert es, dass ich dann sofort los laufe, weil ich unbedingt dieses Buch haben muss. “Wie alle anderen”. Der Bericht von einem Mann, der versucht, normal zu werden. So wie alle anderen eben. weiter lesen »

 

Als ich nachts von der S-Bahn nach Hause fahren wollte, musste ich erst einmal meinen Sattel frei kratzen. Der Himmel voll mit blinkenden, vibrierenden Sternen, die Luft eisig. In meinem Zimmer blinkten dann nicht die Sterne, dafür die Hausbeleuchtung der Nachbarn. Ich vermute 100 Strahler. Bis in die frühen Morgenstunden hinein hatte ich es hell in meinem Zimmer.  Das weiß ich, weil ich im Stundentakt wach geworden bin.  weiter lesen »