Der erste Schock im Neuen Jahr. Ich schlage im Laden den angebotenen Kuchen mit der Begründung aus, ich hätte über die Feiertage zwei Kilo zugelegt und müsste jetzt ein wenig kürzer. J. kichert wie ein kleiner Junge. Habe ich gleich gesehen, sagt er. WAS HAST DU? Er kichert weiter, jetzt ein wenig schuldbewusst. Macht ja nichts. Hast noch gute Figur. Und warum muss er dann? weiter lesen »

 

Kaum öffne ich die Augen, der Spalt kann winzig sein, sitzt Hund mit gespitztem Ohr, das andere lässt er wie üblich hängen, vor meinem Bett. Bist du endlich wach? Können wir jetzt raus gehen? Normalerweise erledigt er das mit dem Chef, aber warum sich schon morgens um sechs aufs Fell regnen lassen, wenn man das zwei Stunden später auch noch haben kann? Als ich gestern aus der Stadt kam – ich habe mir mit K. im Cinema Paris Habemus Papam angesehen – wurde ich ungewöhnlich leise begrüßt. Kein Gebell, nicht die üblichen Huhhhs und Hiiiiiis, nur der schwarze Körper, der sich vor mir auf den Rücken wirft, los, kraul mich, und lass dir bloß Zeit. Habe ich schon erwähnt, dass man sich auch in ein Tier verlieben kann? weiter lesen »

 

Gestern ein gemütliches Essen bei den Mädels in Nikolassee. Keine macht den Nussbraten so gut wie K., und die Soße dazu, fantastisch, kann ich nur sagen. Vor, während und nach der Mahlzeit tauschen wir bei Kerzenschein Berichte über unsere Befindlichkeiten aus. Körper, Seele usw., die Aktivitäten an den Feiertagen. Später sitzen wir drei Grazien auf dem Sofa und sehen Tatort. Das ist Glück. Ich bin immer noch schlapp von der Erkältung, die sich seit Wochen ankündigt hatte aber nie richtig ausgebrochen war, die damit bis kurz vor Weihnachten gewartet hat, aber wozu gibt es schließlich Feiertage? weiter lesen »

 

Wie wunderbar man doch beim Teig kneten meditieren kann. Ich beobachte meine Gedanken (wie Wölkchen lasse ich sie dahin ziehen!), ich höre mir selber zu, und gleichzeitig besinne ich mich darauf, dass da offensichtlich noch etwas ist. Denn wenn ich innerlich quatsche (kaum der Rede wert!) und das gleichzeitig beobachten kann, dann muss da ja noch eine sein. Stimmt´s oder stimmt´s? weiter lesen »

 

Mehl auf die Arbeitsfläche, aus dem vorbereiteten Teig zwölf Kugeln formen, die dürfen noch ein wenig ruhen, bevor sie geknetet und ausgerollt werden. Zu guter Letzt Tomatensoße und Käse drüber, fertig sind die Minipizzen. Während ich liebevoll und zärtlich auf mein Werk blicke, wer hätte gedacht, dass ich mich in diesem Leben noch zur Pizzabäckerin mausere, ich auf jeden Fall nicht, da sehe ich die Frau mit dem großen, schweren Rucksack, den sie mit Vorliebe auf unseren Korb mit Keksen knallt, wenn sie den Bankautomaten benutzt. weiter lesen »

 

In Falkensee fällt die Regionalbahn nach Senftenberg aus, die mich an anderen Tagen zwar selten pünktlich aber dafür überhaupt nach Charlottenburg bringt. Eingequetscht stehe ich im nächsten Zug auf der Treppe, voll ist es auf dieser Strecke immer, aber sonst kann ich die Nachbarn auf halbe Armeslänge von mir halten, während ich heute sagen möchte, ich schau dir in die Ohren Kleiner. Danke liebes Universum oder wer da auch immer nur das Beste für mich will, übe ich mich eben in Gelassenheit. Om. weiter lesen »

 

Die Freundin schreibt in ihrer Mail, sie hätte in der Stadt viel weniger Mond als in Frankreich. Nur ab und zu würde er hinter Bäumen und all den Häusern hervorblitzen. Da hätte ich hier draußen vielleicht mehr Genuss? Das kann ich mit gutem Gewissen bejahen. Hier in der Diaspora ist das anders. Da sehen wir den Mond dick und fett über der Terrasse schweben, das ganze Zimmer leuchtet er aus, und als wäre das nicht Ausgleich genug für die Stadtpflanze, die es seit ein paar Wochen immer mal wieder aufs Land zieht (die Liebe, wie sollte es anders sein), fliegen hier auch noch ständig Kraniche über das Gehöft. weiter lesen »

 

Vier vom Grill

 

selber warten 2

 

In der S-Bahn pflege ich schlechte Laune und Bauchschmerzen. Schön, wenn man einen Körper hat, der einem die Entscheidungen abnimmt. Wenn man denn auf ihn hören würde. So aber denke ich, das habe ich mir selber eingebrockt, schließlich habe ich P. die Karte für die Ausstellung „Gesichter der Renaissance“ zum Geburtstag versprochen, und dann fanden die Mädels die Idee von einem gemeinsamen Ausflug so nett, säusel, säusel, mal wieder alle vier, und natürlich dauerte es dann Tage, bis man sich auf einen Termin einigen konnte, und ebenso natürlich gab es dann keine Early Bird Tickets mehr im Internet. weiter lesen »