Tasche für Celle gepackt. Noch rasch ein Päckchen für die Post fertig gemacht. Die Futterstationen für Meisen und Co. frisch aufgefüllt. Einen Weihnachtsteller für die Mitbewohner neben den Adventskranz gestellt. Ab nächste Woche fliegen sie hier aus. Städtetouren, Besuche bei der Familie, was sie Weihnachten halt so vorhaben. So lange der Hausmann noch da ist, sollte Holz besorgt werden. Vielleicht sogar ein Baum? Über solche Dinge kann ich im Zug nachdenken. Jetzt sollte eher das Thema Proviant geklärt werden. Brauche ich, oder brauche ich nicht?

 

Der Eichelhäher ist so dick, der passt gerade so in das Vogelhaus, das vor dem Mediraum hängt. Auch er liebt Erdnusskerne. Das Eichhörnchen reißt ungeduldig große Stücke aus dem Meisenring. Die kleinen Meisen entfernen sich stets zügig mit einer Nuss im Schnabel. Und ich denke noch einmal an das Gespräch von gestern Nachmittag, als wir mit der Holländerin bei Kaffee und Kuchen saßen. Mit Harari hatte es mal wieder angefangen. Der ja ein düsteres Bild der Zukunft zeichnet. weiter lesen »

 

In meinem Bauch gluckert es. Gestern Abend nach dem süßen Essen, das uns der Iraker als Einstand serviert hatte, musste ich mich hinlegen. Ich fühlte mich krank. Eine Zuckervergiftung vielleicht? Die süße Speise aus Milch. Baklava. Kekse. Der Glühwein vorher, der in Unkenntnis der späteren Ereignisse getrunken worden war. Allein bei dem Gedanken dreht sich in mir alles. Der Syrer war nicht nur als Freund, sondern auch als Übersetzer eingeladen. Diese Aufgabe hat er wunderbar gemeistert. Ich staune, wie selbstbewusst er geworden ist. weiter lesen »

 

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Gerade, als ich schlechte Laune bekam – warum haben die hier nicht mehr Licht? wo ist diese blöde Hausnummer? – machte es platsch. Ich war an einer Bordsteinkante umgeknickt, auf die Knie, den Ellbogen gefallen. Und lag auf einem Parkplatz zwischen zwei Autos, ein drittes war so freundlich, die Situation zu erhellen. Ich hätte heulen können vor Schreck und Schmerz. Irgendwie bin ich dann mit Hilfe des Vierfüßlerstandes wieder hoch gekommen. Der Fahrer des mich beleuchtenden Autos wird mich für eine Betrunkene gehalten haben. Nicht der Hilfe wert. weiter lesen »

 

Die Idee war beim gemeinsamen Mittagessen entstanden. Warum nicht mal wieder ein Filmnachmittag? Diesmal sehen wir uns aber einen alten Film an, einen, der uns alle begeistert hat. Einfach war es nicht, weil wir vier – die Schwestern, Hausmann, ich – doch recht unterschiedliche Geschmäcker und Vorlieben haben. Am Ende konnten wir uns aber auf Shadowlands einigen. Mit meinem geliebten Anthony Hopkins. Den sogar unsere junge Thailänderin verehrt, wie sie mir gestern Vormittag in der Küche erzählte. weiter lesen »

 

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Der Taxifahrer hat sich mal wieder gewundert. Im Haus alles dunkel, keine Geräusche, vielleicht würde ich ja nur vorgeben, in einer WG zu wohnen? Ich hatte ihm nach der knusprigen Ente, zu der er mich eingeladen hatte, Kaffee und selbst gemachten Likör versprochen. Natürlich nur einen winzigen Schluck. Null Promille sozusagen. Nach und nach trudelten dann doch noch Mitbewohner ein. Später dachte ich, wenn das so weitergeht, wird Q. wieder ausziehen, weil er all den alten Leuten die Sache mit den Krypto-Währungen erklären muss. weiter lesen »

 

Meine Friseurin, eine strenge kleine Person, hat sich gefreut, weil sie mir den Nacken kürzer schneiden durfte. Meine Entscheidung hätte sie glücklich gemacht, sagte sie ganz ernsthaft. In der Liebe gelingt es mir ja eher selten, einen anderen glücklich zu machen. Wenn ich den Soundtrack von Cold War höre, bekomme ich in den ersten Sekunden immer wieder eine Gänsehaut. Und ich möchte sofort in eine verrauchte Bar.  Viktor und Zula in Paris auf dem Schiff,  das war für mich die schönste Szene. Überhaupt die Ästehtik dieses Films. weiter lesen »

 

Gestern wäre mir fast ein Kaffee ans Bett serviert worden, hätte ich im Moment der Lieferung nicht schon daneben gestanden.  Allerdings noch nicht im Voll-, auch nicht im Teilbesitz meiner geistigen Kräfte. Der Hausmann hatte aus dem Fehlen meines Equipments in der Küche seine Schlüsse gezogen. “Ich dachte, Sie hätten vielleicht einen Kater Madame.” Sehr umsichtig. Und rührend. Auch zutreffend, weil wir am Sonntag spät den Rest vom Whiskey ausgetrunken hatten. Manchmal bin ich unvernünftigt. weiter lesen »