Neuer Montag, neuer Film. “Die Überglücklichen”. Über zwei Frauen, die gemeinsam aus einer psychiatrischen Einrichtung – WG trifft es nicht ganz -  flüchten. Die eine ziemlich überdreht, bipolar, man glaubt ihr keine der Geschichten, die sie ständig erzählt, wahrscheinlich gerade die manische Phase, während die andere eher in einer heftigen Depression steckt. Und dann beginnt ein Roadmovie, das mir am Anfang zu viele Klischees bediente, mir zu laut, zu chaotisch war, und das mich am Ende  zu Tränen rührte.  weiter lesen »

 

Mit Goloka lange über meine Zweifel, über die nächtlichen Ängste geredet. Die von der einen oder anderen Freundin zusätzliche Nahrung bekommen. In unserem Alter macht man so etwas nämlich nicht mehr. Vor 20 Jahren, okay. Aber jetzt doch nicht. Zimmer auf-, Sachen weggeben, was soll das denn. Und ja, ich hatte darum gebeten, mir nicht erst hinterher sagen, was von meinen manchmal spontanen Ideen gehalten wird. Das heißt ja nicht, dass ich deswegen meine Pläne ändere, aber eine andere Stimme kann nicht schaden. Nun habe ich den Salat. weiter lesen »

 

Gestern die letzte Chance auf ein Treffen mit dem Kroaten und seiner Familie. Also habe ich mich in den Bus gesetzt, der mich noch langsamer als sonst, noch ruckelnder nach Buckow schaukelte. Dort alle zufrieden und wie sich besichtigen ließ sehr gut aufgehoben. Ein Stein von meinem Herzen. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass allein lebende Männer (gilt für Frauen wohl ähnlich) plötzlich mit einer vierköpfigen Familie nicht nur klar kommen, sondern sogar Gefallen an diesem Leben zu finden scheinen, dass sie Haus und Herz öffnen. weiter lesen »

 

Der erste Ausflug nach drei Wochen. Richtig gesund bin ich noch nicht, aber es musste mal wieder Kino sein. Herr W. war noch nie im International, für einen Kinogänger wie ihn ungewöhnlich. So ungewöhnlich vielleicht wie das Schicksal von Paula Modersohn-Becker, die Anfang des letzten Jahrhunderts in einer von Männern dominierten Künstlerwelt um ihre eigene Sprache, ihren Stil ringen musste. Und darum, von ihrem Ehemann nicht in die Psychiatrie eingewiesen zu werden. Was ein nicht ungewöhnliches Schicksal gewesen wäre. weiter lesen »

 

Während der Tee ein wenig vor sich hin köchelte, habe ich mich um das Vogelhaus gekümmert. Vermutlich werden die Eichhörnchen die ersten sein, die sich auf das Futter stürzen. Von mir aus. Sollen sie sich einen Wanst anfressen. Vielleicht schlafen sie auch. Dann sind mir die zwei restlichen geerbten Pelzmäntel eingefallen, die in einer Hülle eingepackt noch auf dem Schrank im unteren Zimmer lagern. Seit 2010, seit dem Tod der Münchner Tante liegen sie dort, und da hätten sie noch eine Weile in Frieden ruhen sollen. Dieser Staub. weiter lesen »

 

Mit dem freien Zimmer unten gestaltet es sich schwierig. Menschen haben es sich angesehen, waren angetan, haben sich nie wieder gemeldet. Aus Krankheitsgründen und weil ich ja nicht mehr lange da bin habe ich das nur aus der Ferne verfolgt und mir die Vorstellungsgespräche erspart. Mit einem jungen Mann aus München hatte ich allerdings geskypt. Er braucht dringend ein Zimmer, da er hier irgendwo in Zehlendorf das Abitur machen will. weiter lesen »

 

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Keine Hoffnung, dass das neue Jahr friedlicher wird als das alte. Nicht mal eine kleine Ruhepause gibt es. Der tschechische Innenminister will seinen Bürgern zukünftig das Tragen von Waffen erlauben, da dies die Sicherheit erhöhen würde. So weit sind wir hier noch nicht. In Berlin streiten sie sich noch über die Videoüberwachung. Ich habe angefangen, den Koalitionsvertrag zu studieren, nachdem er in der ZEIT so gerügt wurde. Bin ja in Klausur, schone mich wie aufgetragen, meine Stimme auch, da kann lesen nicht verkehrt sein. weiter lesen »

 

Nachdem ich mich von Herrn Hausmann verabschiedet habe, war plötzlich auch meine Stimme weg. Die ich eigentlich hätte schonen sollen. Was natürlich nicht gerade einfach ist, wenn Abschiede in der Luft liegen. Wenn man weiß, dass man in der nächsten Zeit nicht mehr so viel Gelegenheit zum Reden hat. Und wenn längst noch nicht alles gesagt ist. Mit ihm ein neuer WG-Aspekt. Echte Gemeinschaft. Weniger Zweck. Dazu dieser schräge Humor. weiter lesen »

 

Den Mädels hatte ich schon angekündigt, dass ich nicht lange bleiben würde. Der Nussbraten wieder lecker. Die Gespräche interessant. Nur ich nach kurzer Zeit so erschöpft. Als hätte ich wer weiß was angestellt. Einen Berg bestiegen. Aber wenigstens keine neuen Anfälle von Atemnot. Das Cortison wirkt. Wenn es der Genesung dient, ruhe ich mich auch weiterhin aus. Und denke in den frühen Morgenstunden darüber nach, ob ich nicht vielleicht doch eine Art Heimathafen brauche, den ich im Notfall anlaufen kann. Wie anders ich doch fühle, wenn ich krank bin.