Eben noch heftige Böen und Schauer körnigen Eises.  Jetzt Sonne. Ich drehe mich im Kreis. Öffne den Text, den ich vor ein paar Tagen angefangen habe, erinnere mich an das Glücksgefühl, das ich beim Schreiben  empfunden habe, juchu, vorbei die Blockade, und nun sitze ich hier. Lese. Koche mir den dritten Kaffee. Telefoniere mit einer Freundin. Schreibe eine Mail. Überlege, einen vierten Kaffee. Ich kann nicht. Kann nicht. Kann sowieso nicht. Und das werde ich jetzt 1000mal schreiben, wenn es sein muss. Basta.

 

Die Freundin schreibt in ihrer Mail von ihrer  -  teilweise krankheitsbedingten – Langsamkeit, die sie noch nicht so richtig akzeptieren kann. Früher war ihr Gang forsch, elastisch, und nun. Ich kenne dieses Gefühl, mit einem Zustand im Clinch zu liegen, auch wenn es bei mir andere Zustände sind, versuche trotzdem, sie zu trösten. Weil wir alle ja solche Erfahrungen machen. Wenn wir älter werden. Oder gar richtig alt. Wir verlieren das gute Gehör, den Geruch, sehen schlechter, vergessen schneller, was auch immer. Damit müssen wir umgehen. weiter lesen »

 

Gestern las ich, man müsse erst vergessen, bevor man über das Erinnerte schreiben könne. Aber wo habe ich das? Eben noch hat mir der Monteur den Namen des runden Dings genannt, das sich unten neben dem Brenner befindet, schon habe ich ihn wieder vergessen. Er hat das Ding mit Wasser gefüllt. Glaube ich. Brauchte aber auch ein Gas aus der Dose. Oder so ähnlich. Er hat mir das alles erzählt, ich habe es sofort vergessen. Sofort. weiter lesen »

 

Die beiden letzten Tage inmitten von Taschentüchern, Lutschtabletten, Einreibemitteln auf dem Sofa oder Bett verbracht. Die Freundin ist nicht angereist, das Frühstück hat nicht stattgefunden, und ich könnte jetzt überlegen, warum es mich binnen zweier Monate schon das zweite Mal so dermaßen erwischt hat. Mieses Karma? Immunsystem im Eimer? Oder ich könnte darüber nachdenken, warum morgen schon wieder der Heizungsmonteur kommen muss. weiter lesen »

 

Bis 11 soll das Öl angeblich da sein. Der Tank noch nicht leer, aber über die Heizperiode würden wir es nicht schaffen. Die Nacht eine einzige Katastrophe. Schon wieder eine Erkältung, gestern erneut ein Anfall von Atemnot, nicht so schlimm zwar, die Nase läuft, der Hals kratzt, und ab 3 waren auch die Dämonen wieder unterwegs. Der angekündigte Besuch, das Frühstück am Sonntag, die Verabredungen in der nächsten Woche, und wohin ich im April mit der Freundin zum Schreiben fahren soll/will, das wäre auch zu überlegen. weiter lesen »

 

Mit dem Mopedfahrer hin zum Retriever, einmal um den See, Retriever nach Hause, dann wir. Alles zu Fuß natürlich. Für meine Knochen trotz neuer Einlagen zu viel. Die letzten Meter konnte ich nur in gebückter Haltung bewältigen. Aber schön war es. In der Sonne an der Fischerhütte. Wo es nicht nur nach Frühling roch, sondern auch schon so aussah. Der Freund wird zum zweiten Mal Opa. Gott sei Dank ist er keiner, der jetzt nur noch von der Enkelin redet. weiter lesen »

 

Mit Herrn W. über den See geschliddert, das wahre Vergnügen war das nicht, was vielleicht mit unserem Alter zu tun hat, also doch lieber um den See herum. Aber dieses Licht. Immer wieder blieben wir stehen, streckten unsere  Gesichter der Sonne entgegen, manchmal schwiegen wir sogar. Um ein paar Minuten später an der richtigen Stelle mit dem Gespräch fortzufahren. Falls wir in 15 Jahren noch auf diesem Planeten wandeln, wer werden wir dann sein? weiter lesen »

 

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Das ideale Frühlingszimmer. Wenn ich aus der dunklen Küche, dem dunklen Esszimmer komme, bin ich erst einmal geblendet. So viel Licht.  Gerade eben bei geöffneter Balkontür in der Sonne gesessen. Eingewickelt in eine Decke. Die Nachtmail vom Herrn W. gelesen. Er glaubt nicht, dass es klüger wäre, wenn man nicht so viel voneinander weiß, wenn man dem anderen ein Rätsel bleibt. Das hatte ich nach dem Film “Nothing Personal” nämlich überlegt. Ob Liebe vielleicht eher möglich ist oder überhaupt erst entsteht, wenn man nicht so viel von sich preis gibt. weiter lesen »

 

Es ist immer noch kalt. Nachts sowieso. Aber jetzt scheint die Sonne. Mit der Nachbarin und Freundin gerade im schriftlichen Austausch darüber, was wir selber schreiben bzw. was wir gern lesen würden. Sie möchte im Moment lieber Erfreuliches schreiben, lieber auch Erfreuliches lesen, die Welt an sich wäre krank genug. Dem kann ich eigentlich nichts entgegensetzen. Andererseits sehe ich aber auch – nicht nur in meinem kleinen Bassin – dass das Leben der meisten Menschen selten durchgehend erfreulich ist. weiter lesen »