Die Bäume wirken wie Scherenschnitte vor dem dunklen Himmel. Zweige streichen über die Hauswand. Auf dem  gegenüberliegenden Dach schiebt der Wind einen Schal aus Regentropfen vor sich her. Winzige Eiskörner knallen auf die  morschen Holzdielen meines Balkons. Mein Herz stolpert.

 

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Die Schmerzen im Rücken, in den Gelenken und überhaupt, das ist in den letzten Monaten unangenehmer geworden. Eine einzige große Wunde. Die magischen Hände des Ägypter sind mir von mehreren Gruppenmitgliedern empfohlen worden. Und nun hat er an mir gewalkt, geknetet, geschüttelt, manchmal habe ich die Luft angehalten, weil es so weh tat. Kein Wunder, dass der Mann so muskulös ist, wenn er sich bei jedem Klienten körperlich dermaßen einsetzt. weiter lesen »

 

Als ich gestern in Buckow ankam, hingen die Nudelplatten fein aufgereiht auf einem Besenstiel zum Trocknen im Wintergarten. Der Mopedfahrer hatte sie selbst hergestellt. In einem meditativen Zustand, wie er auf Nachfrage berichtete. Die Lasagne war köstlich. Die Gespräche inspirierend, der Wein fein. Es war schön für mich zu sehen, dass dieses Experiment – Männer-WG auf Zeit – zwischen Mopedfahrer und Kroaten so gut funktioniert.  Dass sich da etwas entwickelt hat.  weiter lesen »

 

Am Ende der sehenswerten Dokumentation “Neo Rauch – Gefährten und Begleiter” fragt der Maler in die Kamera. “Wer bin ich, wenn ich nicht male?” Erstaunlich. Auch er also. Oder gerade jemand wie er? Weil berühmt? Andere fragen sich, wer sie sind, wenn sie nicht schreiben, nicht unterrichten, nicht dies oder das tun, keinen Job haben. Nach den letzten drei Wochen denke ich mal wieder, ich bin das, was sich in mir manchmal so lebendig fühlt. weiter lesen »

 

Am Fenster in der Sonne gesessen, den freien Tag genossen, Kaffee getrunken, die ZEIT gelesen. Mich geärgert. Da wird ein Journalist von türkischen Anhängern der Regierungspartei AKP angegriffen, geschubst, geschlagen, weil er sich während einer Rede des türkischen Außenministers ein Plakat geschnappt, “Free Deniz” darauf geschrieben und es dann hoch gehalten hatte. In Hamburg wohlgemerkt. Später sagte dieser Journalist, er hätte eben nicht provozieren sollen.  weiter lesen »

 

Bitte erkläre mir, wie meine Intuition funktioniert. Wann kann ich ihr vertrauen (das ist wirklich nicht meins, das kann ich absagen, allein meine Müdigkeit spricht Bände) und wann nicht (ich mag keine Musikinstrumente, das wird bestimmt langweilig, ich sollte diese Veranstaltung ausfallen lassen)? Die Schöpfung quälte mich. Nein, ich mag (meist) keine Chöre. Auch keine Rezitative. Keine Arien. Da kann die Sopranistin noch so nett zwitschern. weiter lesen »

 

Die erste Nacht wieder im eigenen Bett geschlafen. Keine Katze, die morgens um 5 schreiend vor meiner Tür stand. Schon gar keine, die mir dann noch unter das Bett kackt. Gott sei Dank hat sie das nur einmal gemacht. Aber dieses permanente Schreien. Rein, raus, immer hin und her. Vielleicht ist sie dement. Das Alter hätte sie. Auch kein Hund, der in freudiger Erwartung eifrig wedelt oder es mit Hypnose bei mir versucht. Nur wunderbare Stille.  weiter lesen »

 

Das Erwachen friedlich. Keine gute Laune, aber viel besser als in den letzten Tagen. In der Küche Utensilien gefunden,    mit denen man Musik machen kann. Im weitesten Sinn. Töne. Morgenrunde mit dem Hund. In der S-Bahn den Jungbrunnen von Lucas Cranach d. Ä. erinnert. Alles noch da, viele Details, als stünde ich vor dem Gemälde. Ich staune. Auch über den kleinen Ärger. Typische Männerphantasie, oder? In diesen Brunnen steigen nur alte Frauen. weiter lesen »

 

Das gewohnte unangenehme Gefühl, dazu noch Schmerzen beim Aufwachen. Sitzen, laufen, stehen, alles tat mal wieder weh. Und dann zwei Museen hintereinander.  Um weiter unsere Aufmerksamkeit zu schulen? Die Gruppe ein wenig geschrumpft. Wie bin ich nur darauf gekommen, alte Musikinstrumente wären langweilig? Nicht, dass mich ihr Aussehen interessiert hätte. Aber die Klangbeispiele. Gleich am Anfang. Das waren nicht nur ein paar vereinzelte Tränen, das war ein Fluss. Auch beim zweiten Hören.  weiter lesen »