Archiv für das Thema: Unterwegs

entliebt habe, bin ich heute wieder frisch verliebt. Kein Wunder bei den angenehmen Temperaturen, dem Leben auf den Straßen, den geöffneten Cafés am Markt, das macht die Stadt ja lebendig. Ich mag Güstrow. Und ganz besonders gut gefallen mir die stillen Wege, die zum Inselsee führen. Das Atelierhaus von Barlach ist heute geschlossen, das wusste ich, aber ein Abstecher an den See ist auch ohne einen Besuch dort schön. Zumal es sich sehr nett sitzt im Strandkorb beim Strandhaus, auf der Wiese am See, an einen Baum gelehnt. Genau das richtige Programm für meinen letzten Tag.

 

werde ich fast zur Tür geschoben. Um 12 wird der Dom geschlossen. Es ist schon 10 Minuten nach. Aber gut, ich hatte eine Stunde mit ihm/ihr. Die Hälfte davon habe ich mal wieder geweint. Still für mich und leise. Nicht unangenehm. Etwas rührt mich in solchen Situationen, ich habe aufgehört darüber nachzudenken, was es nun genau ist. Ich weine. Punkt. Diese Klarheit. Warum hängt er nicht frei? Dieses schmiedeeiserne Dingens darunter störte mich. Aber egal, ich habe sie gesehen. Und ich könnte ihn morgen noch einmal sehen.

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und ich habe nach meinem Umzug direkten Blick auf St. Marien. Was bin ich froh. Hätte ich gestern schon machen sollen, als ich mein müffelndes Zimmer bezogen habe. Ein schönes Zimmer. Geräumig. Wunderbarer Ausblick über Dächer. Eine Badewanne. Aber der Geruch. Ich dachte, wenn ich nachts das Fenster weit offen lasse, würde es heute besser sein. Aber der Tauben-Dreck hat sich über Nacht nicht in Luft aufgelöst, und der ist es wohl, der den Mief verursacht. Eine kurze Mail an die Betreiber, zack, ich habe ein neues Zimmer. Mit Doppelbett und Kirchblick. Und mit guter Luft.

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An meinem letzten Tag bin ich mit der Regionalbahn eine Station bis Kücknitz gefahren, von dort aus sollen es noch knappe 3 Kilometer bis zum Dummersdorfer Ufer sein, dem einzigartigen Landschaftsschutzgebiet an der Trave. Ich weiß nicht, wie ich das mache, aber immer wenn ich aufs Handy schaute, hatte ich noch 45 Minuten zu laufen. Und ohne das Handy hätte ich den schmalen Durchgang schon mal gar nicht entdeckt. Sie halten hier nichts davon, Wanderwege auch als solche auszuweisen. Wie das der Herr W. macht, der noch ganz altmodisch mit einer Karte aus Papier unterwegs ist.

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zum Brodtener Steilufer. Wenn mir etwas gefällt, dann will ich immer mehr davon. Diesmal laufe ich am Strand entlang, schau nach den Schwalben, aufs Meer, vielleicht liegt auch zufällig vor meiner Nase ein Donnerkeil. Ein Hühnergott. Aber nüscht. Ich schätze es sehr, mich in meinem eigenen Tempo zu bewegen, mich zu setzen, oder auch umzukehren, wenn mir danach ist. Als ich an der Promenade einen Mann überholte, hörte ich, wie er „Ich bin im Urlaubsmodus“ sagte. Zehn Meter vor ihm seine Frau. Oder Partnerin. „Aber auch da kann man schneller laufen.“

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bin ich in zehn Minuten in Travemünde. Der Ort betört mich nicht durch seine Schönheit – obwohl, hässlich ist er nicht – schon gar nicht durch die Preise. Ein Aperol kostet 8 Euro, das finde ich zu viel. Ich schätze die Lage. Mehr Meer sozusagen. Und wenn man nicht zur kleinen Fähre und zum Priwall möchte, oder zum ältesten Leuchtturm Deutschlands, dann geht man in die andere Richtung, wo man am Ende der Promenade sogar auf einen Strand trifft, für den man keinen Eintritt bezahlen muss.

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Die Fähre braucht keine fünf Minuten, dann legt sie am Priwall – der kleinen Halbinsel bei Travemünde – an. Von hier aus könnte man bis Boltenhagen laufen oder mit dem Rad fahren. Der Strand nicht gerade geeignet für nackte Füße, ich habe es trotzdem gewagt. Am liebsten hätte ich alles ausgezogen. Mit Hochsommer habe ich nicht gerechnet, mir war viel zu warm. Trotzdem bin ich weiter gelaufen, als ich geschätzt hatte. Und natürlich musste ich den ganzen Weg auch wieder zurück. Innerlich murrend und kurz vor dem Kollaps.

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die Mathe-Hausaufgaben überwacht, das Mädchen nicht gerade gut gelaunt. Aber besser als gestern Abend immerhin, als wir den Morgendeal vereinbart haben. Das leidige Thema Hausaufgaben. Ich bin es leid. Und habe überhaupt keine Lust, darüber zu diskutieren. Sie hat schon gar keine Lust dazu, dann verschwindet sie in ihrem Zimmer. Ich soll sie gefälligst in Ruhe lassen.

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Die Aussicht, nächste Woche in die Türkei fliegen zu müssen, hat mir zugesetzt in den letzten Tagen. Etwas rumorte heftig in mir. Dieses Etwas, das sich immer dann einstellt, wenn ich meine eigenen Wünsche übergehe, wenn ich etwas mache, um einem anderen eine Freude, einen Gefallen zu tun, wenn ich glaube, ich bin keine gute Freundin, wenn ich es nicht tu. Der Freund war enttäuscht über meine Stornierung, sauer war er nicht. Er wusste ja, dass er mich mit der Flugbuchung überrumpelt hatte. Ich werde ihn schon noch besuchen. Wenn es nicht so warm ist. Wenn ich mir eine Reiseroute mit der Bahn überlegt habe.

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manchmal auch stündlich, sind die Launen und Vorlieben. Das Brot, das gestern noch okay war, kann heute nicht gegessen werden. Die Quiche, die die Große für uns zubereichtet hatte, fand die Kleine erst lecker, eine halbe Stunde später dann hat ihr Quiche noch nie geschmeckt. Gestern fand sie es wunderbar, dass wir nach der Schule Eis essen und danach auf den Spielplatz gegangen sind, heute empfand sie allein meine Frage danach schon als Zumutung. Ich möge sie doch bitte nicht ansprechen. Einfach nur nach Hause.

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