Archiv für das Thema: Filme

war ich nicht auf der Berlinale. Auch diesmal wäre ich nicht gegangen, wenn ich von den Schwestern kein Ticket  bekommen hätte. Diese langen Schlangen. Das Warten. Und dann sitzt man eingezwängt zwischen den vielen Menschen, wo ich es doch schätze, Platz um mich herum zu haben. Das Alter wahrscheinlich. Früher hat mir genau das gefallen. Egal. Joshua Bonnetta hat seinen Film „The Two Sights“ auf den äußeren Hebriden in 16 mm gedreht. Nach zehn Minuten fühlte ich mich wie in Trance. Diese langen Einstellungen, dazu das Rauschen des Meeres, der Brandung, der Wind, die Vögel. weiter lesen »

 

Gerade interessieren mich Dokumentarfilme mehr als Romanzen oder Dramen, autobiografische Texte mehr als Fiktion. So ist das bei mir oft in gewissen Phasen. Und deswegen fahre ich nach dem MRT meines linken Knöchels zum Hackeschen Markt, um mir „Butenland“ anzusehen. Ein Film über ein Kuhaltersheim. Ein ehemaliger Milchbauer und eine Tierschützerin geben alten ausgelaugten Kühen einen Platz, an dem sie wenigstens vor ihrem Tod noch einmal leben können. Auch einen Blick auf die so genannte Milchwirtschaft kann man werfen. weiter lesen »

 

Wir sind nur menschlich, wenn wir uns mit dem nicht menschlichen vergleichen. Sagt der Philosoph und Kulturökologe David Abram in dem Dokumentar-Film „Becoming Animal“. Beeindruckende Bilder, die größtenteils aus dem Grand Teton Nationalpark stammen. Es gibt keine schnellen Schnitte, auch die Musik ist verhalten. In aller Ruhe kann ich einem Elch beim Grasen zusehen, kann sich bewegende Bäume und Gräser betrachten. Stille Berglandschaften und Flußtäler.

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mit der Freundin aus dem Norden. Die Restaurants und Cafés an der Friedrichstraße platzen um diese Zeit aus allen Nähten. Wir finden dann aber doch einen freien Tisch und unterhalten uns angeregt. Später sehe ich mir im Delphie Lux „Das geheime Leben der Bäume“ an. Der Förster ist ein sympathischer Mann. Gar nicht dogmatisch oder belehrend. Wie er resigniert auf dem gerodeten Stück Land in der Nähe von Treuenbrietzen steht, in dem letztes Jahr das große Feuer gewütet hatte. Mit Staatsmitteln hat man wieder Fichten gesetzt. Die in 20 Jahren vertrocknet sein werden. weiter lesen »

 

leuchtet die Sonne mein Zimmer aus. Dieses strahlende Licht nehme ich als Verheißung auf den Frühling. Der von mir aus mit Riesenschritten kommen kann. Irgendwann ab Mitte Januar, ab jetzt also, habe ich genug vom Winter, genug von den stillen dunklen Tagen. Zu denen allerdings ganz wunderbar die Trompete von Miles Davis passt. Gestern habe ich die Dokumentation „Birth of the Cool“ gesehen. Guter Film, wenn ich mal von der rasanten Schnittfolge und den für mich zu vielen erzählenden Stimmen absehe.   weiter lesen »

 

Nach dem Kino ins kouzina. Bei Wein und gegrilltem Halloumi das Kinoerlebnis diskutieren bzw. vergleichen. Welch ein Unterschied zu den sogenannten Blockbustern. Die Kamera lässt sich Zeit, ich werde nicht mit überflüssiger Musik bedudelt, so kann ich etwas von dem Wesen der Frauen erfassen, von ihrer Schönheit und Einmaligkeit. So wie auch die Malerin Marianne nach einer Weile ein anderes Portrait zeichnet, weil sie sich auf Héloise eingelassen hat, weil sie ihre Gefühle für sie sozusagen mitmalt. weiter lesen »

 

Im Kino habe ich gefroren, und als wir später eine Kneipe mit Platz für vier Personen suchten, war mir auch nicht warm. Beim Griechen im Else-Ury-Bogen haben wir uns dann Gott sei Dank nicht nur aufwärmen können, es gab auch leckeren gegrillten Haloumi. Eine gute Mahlzeit versöhnt ja sogar mit mittelmäßigen Filmen. In diesem Punkt waren wir uns einig. „Ad Astra“ hätte man nicht sehen müssen. Auch wenn Brad Pitt so schön gereift ist.  weiter lesen »

 

war ich auf einer Familienfeier. Es endete mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen, obwohl ich mein Bestes gegeben hatte. Ich überlegte, Goloka anzurufen, aber mir war klar, was er mir raten würde. Ich solle mich in Sicherheit bringen. Erleichterung beim Aufwachen und Verwunderung darüber, auf welch verschlungenen Wegen sich das Gefühl der Nichtzugehörigkeit doch immer wieder in meinen Schlaf schleicht.  weiter lesen »

 

mit dem Hund heute in einem sanften, fast zärtlichen Regen. Zärtlich, so habe ich auch den neuen Film von Pedro Almodovar empfunden. Dabei wollte ich nach  fünfzehn Minuten meinen Begleiter schon fragen, ob wir nicht lieber verschwinden sollten. Seinem Gähnen war einiges zu entnehmen, ich vermutete, dass dies nicht allein an den überflüssigen Grafiken lag. Doch dann war ich froh, dass ich meinem Impuls nicht nachgegeben habe.  weiter lesen »

 

Der Iraker möchte jetzt doch ausziehen. Übermorgen. Die Heizung funktioniert nicht. Der Brenner röchelt kurz, dann blinkt er rot. Der Mopedfahrer hatte gestern Abend noch vorgeschlagen, ich solle im Keller die Kupferleitung suchen, die vom Kessel zum Brenner führt, vielleicht hätte der letzte Handwerker einen Zugang versperrt. Habe ich gleich heute Morgen gemacht, da sind keine Hebel, die senkrecht stehen. weiter lesen »