Monats-Archiv: Mai 2018

 

Hier kann man es aushalten. Zierliche Birken spenden Schatten, ein leichter Wind sorgt für zusätzliche Kühlung. Das Wasser ist wesentlich wärmer als am Weststrand, sogar schwimmen ist möglich. Eine Gruppe Jugendlicher rastet in geringer Entfernung, sie hören in erträglicher Lautstärke Musik aus den 80ern. Die Stücke hätten damals in derselben Reihenfolge auch im Bronx laufen [...]

 
 

Es soll sehr warm werden auch bei uns im Nordosten. Wir haben denselben Platz wie die letzten Male. Zwischen den Bäumen schaukelt die Hängematte. Gestern Nachmittag sind wir mit den Rädern noch an den Weststrand gefahren. Dass es viel Mücken geben soll, davon hatte schon die Holländerin berichtet. Dass sie regelrecht über einen herfallen, wenn [...]

 
 

Am See alle paar Meter Gruppen gut gelaunter junger Leute, die meisten haben mindestens einen Bierkasten dabei. Sie hören die unterschiedlichsten Musikrichtungen, machen selber welche, sie grillen, feiern, lassen ihren Müll liegen. In mir widerstreitende Gefühle. Lass den Leuten doch ihren Spaß, sagt die eine Stimme. Die andere möchte die Passierscheinpflicht einführen. Nur für Anwohner [...]

 

Füller, die nur zögernd schreiben.
Warmes Bier und Hühnerklein.
Gäste, die zu lange bleiben.
Kohlgeruch und süßen Wein.
Dauerredner, Muskelprotze.
Rasenmäher im Duett.
Starres Hocken vor der Glotze.
Und ein schmales, hartes Bett.
Krankheit, Tod und nackte Schnecken.
Ignoranz und Bräsigkeit.
Hunde, die Gesichter lecken.
Das Vergeuden meiner Zeit.

 

des Tages hinaus in den Garten. Über mir im Baum brummt es. Mag der Nektar süß sein, den die Bienen schlürfen, die Blüten stinken. Und rieseln auf mich herab. Leider rieseln sie auch in meine Tasse. Neben mir pickt  Frau Amsel unter dem Rhododendron im Laub vom letzten Jahr. Das wächst hier irgendwie nach, das [...]

 

Meine Großmutter weinte, als sie im Radio von der Hochzeit des Reeders mit Jackie O. hörte. Ihre Sympathie hatte immer der Callas gegolten, die in damaligen Gesprächen meist zusätzlich mit Adjektiven wie  “die arme” oder “die traurige” bedacht wurde. Weil die Zeitungen so schlecht über sie schrieben, weil sie unglücklich in diesen Lackaffen verliebt war, [...]