Da ist es noch kühl. Dann bin ich zurück in mein Atelier gezogen. Himmel, was ich immer so bei mir haben muss. Espressokocher, Milchschäumer, Laptop, Notizbücher, Bücher, Kleidung. Man könnte glauben, ich wäre zwei Wochen verreist gewesen. Nebenan in der Maisonette sieht es fast schon wieder tipptopp aus. Nur ein kleiner Abwasch muss noch erledigt werden. Ich bin so froh, weil mein großer Raum hier mich so heiter empfangen hat. Die alte Eiche, frisch begrünt auch sie, winkt mir zu. Der Wind klingt mal wieder wie Meeresrauschen. Als würden Wellen an meinen Strand heranrollen. Stilles kleines Glück.

 
 

mal wieder die Gartenkissen durch die Gegend. 29 km/h. Da fahre ich auch heute nicht zum Einkaufen. Aber noch besteht die Gefahr des Verhungerns nicht. Zumal die Basics im Haus sind. Espresso, Milch, Brot, Käse, Gurke. Der kleine Wohnungswechsel tut mir gut. Ich arbeite. Und freu mich, weil ich nur kurz aufblicken muss, schon bin ich in dieser wunderbaren Weite verschwunden. Alle halbe Stunde mache ich ein paar Übungen (ich empfehle den Reha Experten Steffen Barth), dann gehe ich hinaus, um mich aufzuwärmen. Lese. Arno Gruen z. B. „Wider den Gehorsam“. Das schmale Bändchen ist gestern gekommen, ich hatte es ganz schnell ausgelesen.

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Ein Blick auf die Morgenröte. Weitergeschlafen bis halb 7. Ich gehe früh ins Bett, stehe früh auf. Genieße dann die Stille im Garten, die natürlich nicht wirklich still ist. Der Pirol. Die Nachtigallen. Usw. Es ist immer wieder ein bisschen magisch. Zwischen Garten und Deich kreisen heute gleich drei rote Milane. Einer attackiert einen anderen. So sieht es zumindest für mich aus. Fliegt dicht an ihn heran, über ihn, und dann scheint es, als würde er sich auf seinen Gegner? die Angebetete? herabfallen lassen. Die Wipfel der Bäume wiegen sich. Warnung vor starkem Wind. Den hätte ich mindestens auf einer Strecke von vorn, würde ich zum Bioladen fahren. Ich warte erstmal ab.

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alles sehen kann. Die Wäsche auf der Leine, die ein sanfter Wind hin und her schaukelt. Kühe auf der Wiese links, am Waldrand dahinter ein Hochsitz. Die drei Verschläge, in denen Holz, Räder und Diverses gelagert werden. Zwischen Wäldchen und Deich zwei Vogelscheuchen auf der Wiese. Der Nachbar hat Besuch. Den kenne ich sogar. Ich muss sagen, da wird mir drüben in meinem Atelier doch weniger geboten. Wiese. Ab und zu Kühe. Rehe. Okay. Heute Morgen lief auch noch ein ziemlich großer Hase die Dorfstraße entlang. So als würde er nach einer Hausnummer suchen.

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allein im Garten inmitten des Pappelwollegestöbers. Wie dicke zarte Schneeflocken treiben die Samenfasern an mir vorüber, um mich herum. Der Hausmann sitzt nur wenige Meter von mir enfernt in seinem Bette, er wird später essen, aber er hat mir erzählt, dass er schon wieder Besuch von einer Schwalbe hatte. Wieder konnte er sie fassen und nach draußen entlassen. Ich schaue bis zum Deich, auf die Hügel dahinter. Wie es dort glänzt und leuchtet. Alles neu macht der Mai oder so ähnlich. Vor mir im Baum sitzt eine Nachtigall, die ich im dichten Laub nicht sehen, die ich nur hören kann. Hoch über mir umkreisen sich zwei rote Milane.

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den Lupinenkaffee also, trinke ich heute draußen. Mit Wiesen- und Deichblick. Dazu all die schönen Geräusche. Wind. Vögel. Insekten. Ab und zu eine Kuh. Durch die Luft schweben die zarten weißen Samen der Pappeln. Pappelwolle. Den Begriff kannte ich gar nicht. Habe „weiße Flocken in der Luft“ gegoogelt. Meine blauen Gummistiefel werden von einer Hummel umkreist. Das ist keine Blume Schätzekin. Wie wunderschön dieser Mai doch ist. Zumindest bis zum frühen Abend. Dann kommen die Mücken. Wenn ich eines hasse, dann sind das Mücken. Natürlich tauchen sie im Geschwader auf. Dick und fett sind sie. Wir sollten also nicht zu spät kaffeetisieren.

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