platschen Regentropfen. Heute Morgen pfiff ein heftiger Wind um das Haus, der wie Donnergrollen klang, wenn er sich von den Bergen herabstürzte. Es war sommerlich warm. Jetzt ist es kalt. Zum Brunch waren wir bei der netten Familie, die ich im Januar kennengelernt habe. Da habe ich mich so willkommen gefühlt, am liebsten hätte ich mich adoptieren lassen. Wieder zu Hause macht erstmal jeder seins. Die Freundin serviert mir Kaffee ans Bett. Mein Schreib-, Lese-, Schlafplatz in den nächsten Tagen. Das Mädchen ist in der Badewanne, der Junge bei seinem Kumpel auf dem Nachbarhof.

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Die Sonne scheint, auf den Bergen liegt noch Schnee. Wie sehr ich diese Landschaft mag. In Salzburg werde ich von der Freundin, ihrem Partner, den Kindern erwartet. Bei diesem Gedanken stellt sich eine kleine Freude ein. Dabei dachte ich gestern noch, dass ich vielleicht gar nicht fahren könnte. Als ich beim Buckower Freund durch den Garten schlich und kaum wusste, wie ich sitzen oder stehen sollte. Die körperlichen Baustellen beeinträchtigen mein Leben ziemlich. Aber dann dachte ich, eigentlich ist es egal, wo ich mich so fühle, wie ich mich fühle. Wer weiß, vielleicht ist eine quirlige Familie auch Ablenkung. Und ich „vergesse“ die Baustellen.

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Die Haut schmerzt. Sie ist rot und heiß. Wenn ich sie mir vom Leib reißen, wenn ich mich häuten könnte. Die alte Haut hat ausgedient. Sie kann mich nicht länger schützen. Die Segel sind gesetzt. Es geht hinaus aufs Meer. Dorthin, wo mir der Wind um die neue Haut weht, wo Wellen mir entgegenkommen. Sie wispern. Du mit deiner dünnen Haut. Damit lebt man nicht gut im Dschungel. Wir nehmen dich mit ins Offene. Freibeuterin wirst du. Mit deiner neuen Haut. Und das Fass mit dem alten Wein werfen wir über Bord.

 
 

Ich spüre sie, kaum dass meine Augen geöffnet sind. Und dann sehe ich. Die Wiese. Der Nebel. Darüber der Mond. The night has begun. And here is your death. In the heart of your son. Das war das letzte, was ich vor dem Einschlafen gehört habe. Leonhard Cohen und die wunderbare Sharon Robinson, die auch mit am Text geschrieben hat. May everyone live. And may everyone die. Hello, my love. And my love, goodbye. Es gibt diese Momente, da höre ich einen Text, eine Melodie, und es haut mich um. Manchmal ist es sogar ein Song, den ich seit langem auf meinem Smartphone habe, der beim ersten Hören aber irgendwie an mir vorübergerauscht ist. Jahre später stehe ich nachts weinend am offenen Fenster. Here it is…..

 

Sonne und Regen wechseln sich ab. Gerade gießt es. Das ist den Meisen schnuppe. Dem Specht auch. Dem einen und dem anderen. Das ist eine Premiere. Zwei Spechte gleichzeitig habe ich noch nie an den Knödeln gesehen. Ich möchte mir die Haut vom Leibe. Eine chronische Nesselsucht – wenn man so etwas seit mehr als 20 Jahren wiederkehrend hat, kann man wohl von chronisch sprechen – kann mit dem Darm zusammenhängen. Sagte der Doc meines Vertrauens, dem ich ein Foto meines Rückens geschickt habe. Ich habe ihn gefragt, ob er glaubt, dass mein Körper auf diese Weise entgiftet. Durch die Haut sozusagen. Immerhin verzichte ich auf Alkohol. Nö. Glaubt er nicht.

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Mein Körper ein Schlachtfeld. So fühlt es sich an. Ich habe die Yogamatte von der Empore geholt und mache wieder die Übungen, die ich in der Schmerztherapie gelernt und ein paar Jahre lang pflichtbewusst geturnt habe. Gestern bin ich 25 km mit dem Rad gefahren. Ohne Unterstützung. Ich würde gerne schreiben, dass mir Bewegung Spaß macht, aber das stimmt nur in seltenen Fällen. Ich bin gerne draußen, sehr gerne sogar, aber da muss ich nicht herumrennen, nicht fahren. An einen Baum gelehnt sitzen, auf ein Wasser oder einen Sonnenuntergang schauend – das reicht mir.

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