Mit dem Franzosen gefrühstückt, Neuigkeiten ausgetauscht, ihn ein wenig um das Haus auf Korfu beneidet, das er mit der Tänzerin noch ein weiteres Jahr nutzen darf. Obwohl mir Korfu im Sommer bestimmt viel zu warm wäre. Ich werde euphorisch, wenn es so wie jetzt wieder kühler wird. Allerdings bin ich nicht die einzige, die dann mit frischer Kraft ans Werk geht. Ich ordne mein Zimmer mal wieder neu, rolle den Teppich zusammen, hänge das Moskitonetz auf, ziehe Bett und Schreibtisch durch die Gegend, während der Hausmann den wöchentlich wechselnden Putzdienst erledigt. Später kocht er sogar noch leckere Pasta für den Franzosen und mich.

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So liebe ich das. Schon kurz nach 7 war ich vom Schwimmen zurück. Ich vermute allerdings, dass ich diesen Rhythmus nicht beibehalten werde, da er vor allem der Hitze geschuldet ist. Die Hitze gefällt mir nicht, die verachte ich, aber den neuen Rhythmus mag ich. Ich gehe früh ins Bett, bin kurz vor oder nach 4 wach, stehe spätestens um 5 auf. Sitze mit meinem Kaffee im Vorgarten, beobachte Frau Amsel, die mit dem Nestau beschäftigt ist, auch Herr Amsel ist in der Nähe, ich hoffe, dass er rechtzig Alarm schlägt, wenn sich eine der fünf Nachbarkatzen anschleicht. Der Hausmann hat mir immer noch keinen Katschi gebastelt, üben müsste ich ja auch noch, vielleicht google ich doch erstmal Wasserkalaschnikow.

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könnte ich mich möglicherweise nach der osteopathischen Behandlung fühlen, hatte die junge Frau gesagt. Da habe ich noch gelächelt, weil mir ja so wohl war. Der Körper neu sortiert, der Druck im Kopf fast fort. Zwei Stunden später wusste ich, was gemeint war. Eine Metapher zwar die Sache mit dem Bus, aber es passte. Trotzdem habe ich den Abend gut überstanden. Sogar die fette Torte habe ich überlebt, die die Spanierin von ihrem Geburtstagsausflug mitgebracht hatte. So haben wir lange nicht zusammen gesessen. Die neue Lockerheit, von der Herr W. neulich in seiner Mail schrieb und die bisher an mir vorübergegangen ist.

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Im Hartriegel summen die Bienen. Die Blüten rieseln mir in den Kaffee. Es ist angenehm frisch und grau. Angeblich soll es heute noch regnen. Bitte. Der Garten ist viel zu trocken. Außerdem könnte mich ein Tag mit angenehmen Temperaturen vielleicht ein wenig beleben. Wach bin ich auch noch nicht. Gestern Abend habe ich noch spät die interessante zweiteilige Doku „Lost Woman Art“ über vergessene Künstlerinnen auf ARTE angesehen. Was für eine Ungerechtigkeit. Zu ihrer Zeit waren diese Frauen bekannt, berühmt sogar, dafür hatten sie sich oftmals erst von den damals herrschenden Vorstellungen über die Aufgaben der Frau emanzipieren müssen, und dann hat die Kunstgeschichte bzw. die Kritiker (alte weiße Männer, wer sonst), sie einfach vergessen bzw. verschwiegen.

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dieser betörende Duft. Die Vase steht im Eßzimmer. Die Freundin in Kleinmachnow hat mir einen Strauß aus Wildrosen und Giersch mitgegeben. Der Duft erinnert mich an Hiddensee und an den Hochuferweg, der von Wildrosen gesäumt ist. Da möchte ich nur Nase sein. Unser Wildrosenbusch blüht eher zaghaft. Ich habe die Meisen noch nicht gesehen. Mir tut der Kopf weh. Seit Wochen schon. Verspannte Muskeln vielleicht. Der Blutdruck spinnt, mal schwingt er sich empor, dann ist er eher niedrig. Die Wärme schlägt mir aufs Gemüt. Bei diesen Temperaturen möchte ich in kühlere Gefilde auswandern.

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kommen die Neuen. Im Pulk meist, eine richtige Gang. Schwanzmeisen, die hatten wir hier bisher noch nicht. Sie setzen sich ins Rad, in die Laube, auf die Brücke – so haben wir die verschiedenen sonnigen Plätze im Haselstrauch und in der wilden Pflaume genannt, damit wir wissen, wohin wir die Ferngläser richten müssen – und dort plustern sie sich auf, bis sie grauweißen flauschigen Bällen gleichen. Gesichter wie junge Eulen. Sie sitzen zu dritt, zu viert, manchmal scheinen sie sich im Flug zu jagen. Im Nachbargarten spielen die Kinder Fußball. Ihr Lieblingsspiel seit Wochen. Der Vierjährige pfeift, der Erstklässler steht im Tor, ein älterer Nachbarjunge schießt. Kein Tor. „So hat Manuel Neuer das auch gemacht.“

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Die Clematis entfaltet ihre blauen Blüten, der Mohn protzt geradezu vor Kraft, die Hibisken zeigen erstes Grün, die Dreimaster haben noch einmal an Volumen zugelegt, die Silberdisteln von der Gießener Freundin sind in die Höhe geschossen, und auch die kleinen Pflänzchen, die mir die Schwestern letzte Woche mitgegeben haben, scheinen sich an ihren neuen Standorten wohlzufühlen. Obwohl ich eine zaghafte Gießerin bin. Das Regenwasser aus der Tonne muss noch ein paar Tage reichen. Ich teile es mit dem Hausmann, der seine eigenen Pflanzen hat, die er liebevoll päppelt. Morgens ist er jetzt immer mit der neuen grünen Gießkanne unterwegs. Und er ist betrübt, wenn seine Sonnenblumen Sperenzchen machen.

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