Blick von der Langen Brücke in Potsdam
 

so ein gemeinsames Essen am Wochenende. Diesmal hat der Iraker gekocht. Eine Art Turm aus verschiedenen Schichten. Reis. Huhn. Auberginen. Kartoffeln. Paprika. Dazu gab es Joghurt mit Knoblauch und Kräutern. Lecker. Er hat viele Stunden in der Küche verbracht, wie ich hörte. Und weil er Sorge hatte, dass es vielleicht nicht für alle reicht, werden wir noch zwei Tage davon essen können. So lange wird sich der Zitronenkuchen vom Hausmann nicht halten. Der hat so gut geschmeckt, der wird sich quasi über Nacht in Luft auflösen. Habe ich alles schon erlebt. Ich hätte mir ein Stück beseite schaffen sollen.

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hat eine Holzplatte auf den alten Terrassenschrank genagelt. Später stellt er sich auf den Schrank – mal sehe ich dort auch den Irakter – um eine Holzkonstruktion mit Plane über dem Stück Plastikdach anzubringen, das sich noch zwischen Schuppen und Hauswand befindet. Leider liegt es etwas tiefer als der Rest. Darin könnte sich nicht nur Regenwasser sammeln, das dann an der Hauswand herabläuft, darin befindet sich auch noch ein altes Stromkabel. Von oben sieht man jetzt, wie das hier alles mal provisorisch zusammengeschustert wurde. Und das, was meine beiden Mitbewohner da versuchen, das kann eigentlich auch nur Flickwerk sein.

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sieht aus, als hätte es dort eine Explosion gegeben. Die Überdachung und der morsche Balkon werden abgebaut, das Holz wird an Ort und Stelle zerkleinert. Auf Wunsch serviere ich Kaffee, mehr kann ich nicht tun. Natürlich steigen auch Erinnerungen auf. An verregnete Geburtstage, die unter diesem Dach gefeiert wurden. An Essen mit Freunden bei Kerzenschein. In den letzten Jahren standen dann auch immer Eimer herum, weil es ja durchregnete. Weihnachten 2020 haben wir um ein Feuer im Kugelgrill gesessen, gestanden. Das war nett. Und gefroren haben wir auch nicht. Wir hatten alles an Decken und Fellen aufgeboten, was im Haus zu finden war.

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stehen wir in der Küche, die Thailänderin erklärt, die Italienerin und ich schreiben auf, beobachten, ich darf auch kleine Schneidarbeiten erledigen. In diesem Quasi-Workshop geht es um die Thai-Küche. Später essen wir dann mit den anderen WGlern Tom Ka Gai Suppe, ein würziges Curry und frittierten Kürbis. Lecker. Sehr lecker auch der Apfelkuchen, den die Italienerin beigesteuert hat. Wäre ich nicht so satt von den Hauptspeisen, ich würde mich in diesen Kuchen hineinlegen. Die Augen des Irakers muss man gesehen haben. Waaaas? Es gibt noch Kuchen? Warum hat mir das keiner gesagt?

 
 

ist es plötzlich sonnig und mild geworden. Das wäre eigentlich der perfekte Tag, um noch einmal in der Hollywoodschaukel zu liegen. Allerdings bin ich zum Arbeiten gekommen. The same procedure. Vor der Haustür steht eine volle Kiste. In der Küche Berge von Quitten. Der Mopedfahrer und eine junge Frau aus dem Reparaturcafé sind schon seit 10 Uhr aktiv, seit anderthalb Stunden also. Da wurde bereits gehackt, geschnitten, Schalen werden für Tee getrocknet, Kerne sollen auch für etwas gut sein, ich habe vergessen, wofür.

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auch ganz schön, denke ich. Wenn man die Geräusche von der Avus und die Spaziergänger ausblendet. Ich habe mir die Jacke ausgezogen, den Rucksack als eine Art Polster zwischen Steinmauer und Rücken geklemmt. So sitzt es sich bequemer auf dem Blätterpolster. Mit geschlossenen Augen lausche ich den kleinen Wellen, die an mein Ufer platschen. In einiger Entfernung platscht der Hausmann, der es einfach nicht lassen kann. Das muss so eine Art innerer Drang sein. Täglich schwimmen. Und immer sagt er, das wäre heute bestimmt das letzte Mal. Glaube ich nicht. 12,2 Grad Wassertemperatur haben sie hier gestern gemessen. Wenn der Herr dann wieder vollständig bekleidet ist, können wir auch zum Picknick schreiten. Kaffee und Kuchen, was sonst.