Archiv für das Thema: Ärgernisse

Vielleicht besuchen manche als erstes einen Kurs, wenn sie es in eine politische Position geschafft haben. Wie kann ich den Gegner beeindrucken oder gar einschüchtern. Brust raus, Bauch rein, Lippen zusammenpressen, auch den Hintern,  man weiß nie, welchen Weg der Feind nimmt, das Kinn sollte auf alle Fälle gereckt werden, das sieht gut aus, und wenn man so tut, als wäre man in Eile, kann das auch nicht schaden, wer keine Zeit hat, der ist wichtig. Das kann man sich ansehen. In Brüssel gerade eben. Aber auch in Bayern. In Berlin. weiter lesen »

 

Geht beides nicht. Seit einer Woche ist der Kiefer ausgerenkt. Immer wenn ich denke, jetzt geht es aber wieder, dann renkt er sich neu aus. Vielleicht habe ich gestern zu fröhlich das geröstete Brot mit Humus-Tahini-Tomaten gegessen. Den Mund zu weit aufgerissen. Nun muss er mal eine Weile geschlossen bleiben. Falls das symbolisch zu verstehen ist, bitte, ich kann schweigen. Ich muss auch nicht  meinen Senf dazu geben. Rein theoretisch jedenfalls.  weiter lesen »

 

Schon seit zwei Tagen ist kein Putz mehr von der Decke gefallen. Aber jetzt regnet es. Ich mache mir Sorgen, was da wohl auf dem Dach passiert. Dem Hauseigentümer habe ich einen immer noch freundlichen Brief geschrieben, da er auf die Nachrichten auf seinem Anrufbeantworter nicht reagieren möchte. Manche Dinge kann man aussitzen oder so lange ignorieren, bis sie sich von selber erledigt haben. Oder man tut gleich so, als ginge einen das Ganze nichts an. So wie es auch viele Kinobesucher mit ihrem Müll handhaben. weiter lesen »

 

Wenn ein Mensch nach einem prallem Arbeitstag, an dem er, zugegeben, auch ein paar Dinge gemacht hat, die nicht so wichtig waren, die man nicht unbedingt als Arbeit bezeichnen kann (bei denen er auch prompt erwischt wird, die  Netzspione lauern überall), wenn ein solcher Mensch, bei dem es sich womöglich noch um eine Frau handelt, zu späterer Stunde vor dem Fernseher landet, in sich die Hoffnung auf ein wenig gute Information oder Unterhaltung tragend, dann wird er spätestens nach einer halben Stunde weinend auf den Aus-Knopf drücken. Masochisten ausgenommen.  weiter lesen »

 

Wir haben keine Kerzen gebraucht, keine Batterien, kein extra Trinkwasser. Eventuelle Hamsterkäufe waren überflüssig, die Berliner sind nicht eingeschneit. Anders die Brandenburger. Bei den Eltern draußen liegt der Schnee meterhoch. Die Mutter hat gerade zwei Stunden geschippt, das muss man sich mal vorstellen, wenn man irgendwo eine Tür öffnet, kommt einem gleich 1 Meter Schnee entgegen. Wahrscheinlich übertreibt sie. Beim Telefonieren habe ich die Füße auf dem Schreibtisch. weiter lesen »

 

Überall in der Stadt hängen die Plakate. Am Straßenrand. In der U-Bahn. An der Bushaltestelle. Berlin hat nämlich ein Themenjahr. 20 Jahre Mauerfall. Damit möchte die Stadt bzw. ihre Kulturbehörde darauf hinweisen, dass wir etwas zu feiern haben 2009. Den Mauerfall eben. Und dann stelle ich mir sofort diese Mauer vor, wie sie langsam, in Zeitlupe vielleicht, umfällt. Als hätte jemand gepustet. Und schwupps. Weg war sie. weiter lesen »

 

Politiker sind im Grunde gute Menschen. Sie schauen in ihre Börse, auf ihre Kontoauszüge, und dann glauben sie – schließlich leben wir in einer Demokratie, nicht wahr – der restlichen Bevölkerung geht es wie ihnen. So wird das Herr Herzog gemacht haben. Was? Ich soll jetzt plötzlich 500 EUR Rente mehr bekommen im Monat? Sind die da oben denn mal wieder völlig verrückt geworden? Wenn das so weitergeht, bestimmen in diesem Land nur noch die alten Säcke, die werden immer reicher, und die jungen, die gehen leer aus. Das muss ich denen von der Bildzeitung gleich mal sagen. Kümmert sich ja sonst niemand. Der Köhler, der schläft doch wieder. weiter lesen »

 

Heute war ich um fünf das erste Mal Uhr wach. In meinem Kopf sagte jemand: Steh auf und beweg dich.
Meine Morgengymnastik allein schien nicht gemeint zu sein. Joggen auch nicht, ich habe keine vernünftigen Turnschuhe. Gegen einen zügigen Morgenspaziergang sprach allerdings nichts. Das sollte ich öfter tun. Erstens hat man um diese Zeit die Stadt fast für sich allein, von den üblichen Hundebesitzern mit ihren Lieblingen einmal abgesehen. Aber sonst? Gähnende Leere. Keine Menschen am Innenministerium, am Schloss Bellvue, das wie ein großes Zuckerstück in der Sonne lag, ebenfalls nicht. weiter lesen »

 

Montag früh im Bus. Mich beschäftigt wie immer die Frage, wo die zwei freien Tage geblieben sind. Während ich noch versuche, mich zu erinnern, schau ich mich um. Der Kudamm ist geschmückt. Neben der Gedächtniskirche steht ein großer Weihnachtsbaum. War der am Freitag auch schon da? Meine Augen müssen in der Nacht größer geworden sein, sie passen nicht mehr in ihre Höhlen. weiter lesen »

 

Die Wochenenden sind zu kurz. Immer gibt es jemanden, der einem ein Stück davon klaut. Und dann verplempert man auch noch seine Zeit mit nutzlosem Tun. Mit Fernsehen zum Beispiel. Sonnabend Abend. Der Film im Kino am Potsdamer Platz war ausverkauft. Im Wilders, wo wir die Frustration darüber mit einem Cocktail bzw. Bier ertränken wollten, war es laut, die Cocktails teuer. Als der Mann links neben unszu pupsen anfing, baten wir um die Rechnung und gingen. weiter lesen »