Monats-Archiv: Dezember 2010

Der Tisch ist gedeckt, der Salat steht kühl im Keller, die Creme für den Nachtisch ist vorbereitet, der Lachs mit Zitrone braucht nur fünfzehn Minuten, der kommt in den Ofen, wenn wir mit den Vorspeisen anfangen. Das Holz habe ich in einem Anfall von Ordnungswut neben dem Kamin gestapelt, und für die Vögel gibt es [...]

 

Die obere Bahn fährt schon wieder mit großer Verspätung, ich haste ins Untergeschoss und springe in letzter Sekunde in den Zug. Geschafft. Im Schneetreiben durch dicken hohen Pulverschnee nach Hause laufen. Immer mal wieder in einem Loch versinken. Als erstes den schmalen Gang bis zur Haustür frei schippen. Wenn das so weitergeht, verschwinden wir einfach. [...]

 
 

Um das Haus pfeifen Winde, die waren im Sommer und Herbst noch nicht da, es knackt, rauscht, knirscht, ich schlafe trotzdem gut und lange, was ja nicht selbstverständlich war in den letzten Wochen. Mit der Kaffeetasse in der Hand ein wenig herum laufen und mich als Hausbesitzerin fühlen. Im Treppenhaus ist es eisig, das schafft [...]

 

Vergnügt sitze ich in der S-Bahn. Stöpsel im Ohr. James Blunt, den hatte ich doch gelöscht, nun jammert er mir etwas vor. Egal, ich habe gute Laune und eigentlich passt ja, was er singt. She (and he too) could see from my face that I was flying high, fucking high. Mit mir sind ganze Familien [...]

 

Neuerdings dauert es ewig, bis ich mich in der Lage fühle, den Tag zu beginnen. Ich kann gar nicht so viel schlafen, wie ich müde bin. Ein wenig packt mich der Neid, wenn ich lese, was die Freunde so treiben. Da werden Ballettabende besucht, man trifft sich zum Adventskaffee, Gäste werden mit mehrgängigen Menüs bewirtet, alle sind aktiv und kulturell auf [...]

 
 
 

Wir haben uns vor meinem Dienst im Café verabredet. Im Café mit dem durchsichtigen Dach, die Bühne direkt gegenüber. Das kann man eigentlich nicht verfehlen. Ich bin froh, in dem Gewusel noch drei Plätze ergattern zu können, die müssen verteidigt werden, und dann warte ich. Die Eltern kommen nicht. Natürlich gehen sie auch nicht ans Handy. [...]

 

Nachdem Zimmer und Bad geputzt sind, nehme ich mir noch Flur und Küche vor. Wozu hat man schließlich einen freien Tag. Während der Redner mit sich selbst redet, wenn er im Haus unterwegs ist und behauptet, das hätte nichts mit dem Alter zu tun, jeder würde mit sich selbst quatschen, unhörbar im Kopf zwar, aber [...]