Archiv für das Thema: Alltag

Manche Dinge erledigen sich schneller als andere. Den Klempner für die verstopften Abflüsse haben sie binnen eines Tages für uns organisiert. Subunternehmer natürlich. Das Öl wird am Montag geliefert. Vielleicht haben wir auch ab Mitte Februar einen Nachmieter für die kleine Wohneinheit der Yogalehrerin. Ein junger Mann, der ein Praktikum in Berlin macht. Immer kommen sie für eine Weile. Es lebe die Übergangslösung. Nun ja. Manche bleiben auch länger. weiter lesen »

 

In welch kurzer Zeit der Garten weiß geworden ist. Und wie verspielt die zarten weißen Flocken vor meinem Fenster. Es ist noch keine halbe Stunde her, dass ich den Topf mit Bioabfällen zum Kompost getragen habe. Es regnete und war ungemütlich. Und nun dies. Trotzdem eine gute Idee, den Spaziergang zu verschieben, den der Mopedfahrer und ich für heute geplant hatten. Angeregt durch den Film über Goldsworthy wollten wir nach Brüchen im Stadtbild suchen. Und falls wir keine finden wenigstens endlich den Invalidenfriedhof besichtigen. weiter lesen »

 

Als kleinen Dank für mein schönes Fahrrad habe ich den Mopedfahrer und seinen Freund ins Barberini eingeladen. Da kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, dachte ich mir. Am Montag Vormittag muss man sich dafür mit fünf oder sechs anderen vor einem Bild drängeln und unverhoffte Schritte nach hinten vermeiden. Notizen mit dem Kugelschreiber sind nicht erlaubt, vielleicht könnte da jemand irgendwo einen Punkt? Ein freundlicher Mann von der Aufsicht schenkte mir dann einen kleinen, viel zu harten  Bleistift.  weiter lesen »

 

Vielleicht sollte ich erst um zwei ins Bett gehen. Vorher schlafe ich selten. Nur neulich, als ich das erste Mal die Pillen mit dem Extrakt von der Passionsblume eingenommen habe. Sieben Stunden am Stück. Was für ein Geschenk. Am nächsten Morgen brauchte ich allerdings eine Weile, bis ich wieder in der Spur war. Meine Hausärztin kurz angebunden neulich, sie ist ein wenig verstimmt, weil ich nicht ständig Antidepressiva nehme. Jemand wie ich sollte das. Aber ich wäre nun mal so eigensinnig. Das stimmt. Und damit habe ich es immerhin bis hierher geschafft.

 

Auf den letzten Drücker in die Berlinische Galerie. Die Ausstellung läuft nur noch diese Woche. Herr W. ist ein großer Verehrer von Jeanne Mammen, sogar ein Brief  und ein Foto von ihr gehören zu seinen wohl gehüteten Schätzen, während ich bis vor ein paar Monaten noch nicht einmal den Namen gehört hatte. Dabei sollte eine echte Berlinerin diese Künstlerin eigentlich kennen, die fast fünfzig Jahre in einem Hinterhaus am Kurfürstendamm gelebt und gearbeitet hatte. weiter lesen »

 

Das Bett nur zum Schlafen nutzen. Nicht zum Lesen, Schreiben, Fernsehen.  Wenn ich länger als dreißig Minuten schlaflos liege, dann muss das Bett zügig verlassen, es muss etwas unternommen werden. Und dies auf keinen Fall im Bett. Herumlaufen wäre gut. Gedanken aufschreiben. Wann hört das wieder auf? Wann kann ich mich wieder hinlegen? Wie soll ich in dieser Verfassung arbeiten? Ach, ich soll gar nicht arbeiten? So in etwa. Morgens stets zur gleichen Zeit aufstehen. Früh, wenn möglich. weiter lesen »

 

Das neue Jahr tut sich mit seinem dritten Tag etwas schwer. Es will einfach nicht hell werden. Dazu der Regen. Den Andy Goldsworthy vielleicht auf seine Weise genutzt hätte. Herr W. gibt dem Film u. a. deswegen nur eine zwei, weil es  mehrere dieser Szenen gibt. Ein Mann legt sich bei den ersten Tropfen auf den Asphalt. Und hinterlässt dort für einen Moment die trockenen Umrisse seiner Figur. weiter lesen »

 

Die letzten Wochen eine Art Klausur. Daran änderten auch die Begegnungen mit anderen Menschen nichts. Immer gab es Momente der Stille. Ein Innehalten. Innehalten ist gerade das, was ich am liebsten mache. Ein wenig lesen, dann wieder schauen. Ein paar Notizen, dann sinkt das Heft von ganz allein zurück in den Schoß. Um die Rehwiese laufen und immer wieder stehen bleiben. Lauschen. Wie laut das ist. Glaubt man gar nicht, wenn man sie so vor sich liegen sieht.  weiter lesen »

 

Eigentlich erstaunlich, wie sehr alles miteinander harmonierte. Die Hauptspeisen mit den Beilagen, dem Salat, mit dem Dessert, den Getränken. Alle hatten etwas mitgebracht, beigesteuert, und dann, als wäre es aus einem Guss. Von einem komponiert. Ein wenig überschattet der Abend von dem plötzlichen Tod einer nahen Freundin der Schreibfreundin. Die ich noch so lebhaft in Erinnerung habe von gemeinsam verbrachten Tagen im Havelland. weiter lesen »

 

Man möchte weinen und lachen, manchmal gleichzeitig. Sagte der aufgeregte Syrer vorhin. Und das verstehe ich nicht nur, mir geht es ebenso. Heute Nacht ist der kleine Bruder unseres jungen Mannes angekommen, endlich. Aber gestern war sowieso ein besonderer Tag. Mittags hatte der Syrer noch vermutet, er müsste langweilige Stunden überstehen. Stattdessen wurde er von uns mit einem geschmücktem Baum,  leckerem Essen und kleinen Geschenken überrascht. weiter lesen »