Archiv für das Thema: Alltag

Der Nussbaum hat in diesem Jahr weniger Blätter, dafür mehr Nüsse. Vielleicht kann er sich immer nur auf eins konzentrieren. Mir geht es auch so. Das Eichhörnchen räumt den Knödelboy leer. Beim Plündern schaut es mir frech in die Augen. Erst wenn ich die Tür öffne, verzieht es sich hinter den Fensterladen, wo ich es nicht sehen kann. Sein Meckern höre ich dagegen sehr gut. Der Zaunkönig hat den Nestbau eingestellt. weiter lesen »

 

Seit einiger Zeit gerate ich beim Treppensteigen völlig aus der Puste, und die vier Kilometer, die ich am Samstag mal wieder zur Praxis geradelt bin – gemütlich, entspannt – die haben fast eine Herzattacke ausgelöst. Zumindest fühlte es sich so an. Mein Kopf tomatenrot. Das schafft er aber auch ohne Anstrengung vorher, wie ich heute Mittag gleich unter Beweis stellen konnte. So wie mir auch ohne jegliche Anstrengung der kalte Schweiß ausbricht. weiter lesen »

 

Wenn man gerne liest, wenn man Buchläden mag, dann müsste man sich doch eigentlich den Film über den Buchladen der Florence Green ansehen. Aber wir hätten es sein lassen sollen. Diese krude Geschichte, die grimassierende  Hauptdarstellerin, und Bill Nighy hat es auch nicht herausgerissen. Wenn ich schon zwischendurch überlege, wie lange ich das noch aushalten muss. Da hat es auch überhaupt nicht geholfen, dass man Frau Green mit einem Faible für Bradbury und Nabokov ausgestattet hat.

 

Es gibt diese Tage, da scheint mir das Leben überaus kostbar. Das leckere Mittagessen bei den Schwestern auf der schattigen Terrasse. Kaffee, Kuchen und Gedichte von Rilke bei den üppig blühenden Rhododendren. Der Duft nach Flieder und Gras. Das Licht, der Himmel. Die vertrauten Gespräche, die sich gestern natürlich auch um den Tod und um H. drehten. Wisst ihr noch? Ihre Sonntags-Predigt im Gutspark vom Gut Burghof? weiter lesen »

 

Dieser wunderbare Maientag, und sie ist nicht mehr da. Einmal dachte ich, sie würde mich mit dem halboffenen Auge fixieren, aber wahrscheinlich sah sie längst etwas Anderes. Jedenfalls hoffe ich das. Ich wollte sie trösten, wollte ihr sagen, dass sie keine Angst haben muss. Als wüsste ich Bescheid. Aber worüber in einer solchen Situation sprechen? Was tun? Was wünscht sich ein Sterbender? weiter lesen »

 

Die kranke Freundin wurde vor acht Tagen ins künstliche Koma versetzt. Weil der Körper bei einer Blutvergiftung die Atemfrequenz erhöht, wäre das ein viel zu anstrengender Prozess sonst. Ihre Tochter hatte mich zwar gewarnt, aber ich war trotzdem erschrocken. Das schattige Zimmer mit dem großen Bett, in dem sie halb sitzt, der Tubus im Mund, die leicht geöffneten Augen, all die Monitore, manchmal piept es laut, und vor dem Fenster dieses gleißende Licht. weiter lesen »

 

Auch das Eichhörnchen bedient sich am Knödelboy. Keinen Meter von mir entfernt kaut es. So war das nicht gedacht, du Schnösel. Wahrscheinlich habe ich mich am Montag verkühlt. Aber nach dem leckeren Mahl wollte keiner reingehen. Es war so nett im blauen Salon mit den Windlichten und dem roten Wein, und Hausmanns Erklärungen zum Boltzmann-Gehirn, das für die anderen ja Neuland bedeutete,  haben mich auch nicht verschreckt. Keine Ahnung, wie wir überhaupt darauf gekommen sind.  weiter lesen »

 

Den Tag gestern halb liegend im Gartenstuhl auf der Terrasse verbracht. Verpflegt vom Hausmann, dem guten Geist. Auch mit Lektüre hat er mich versorgt. “Eine kurze Geschichte der Menschheit” von Harari. Tatsächlich sehr spannend geschrieben, aber eigentlich nichts für meinen Zustand. Ich habe den Schwindel auf das dritte Glas Wein geschoben, dass ich Freitag Abend in einem Anfall von Übermut mit Herrn W. in einer Kneipe am Zoo zu mir genommen habe.  weiter lesen »

 

Ein stattlicher Eichelhäher interessiert sich für die Futterstation der Meisen. Erst setzt er sich auf das Gitter vor dem französischen Fenster, schaut neugierig in mein Zimmer, dann versucht er eine Landung auf dem Knödelboy (so heißt das Ding). Klappt natürlich nicht. Die beiden konkurrierenden Amselmänner habe ich auch schon gesehen. Wahrscheinlich brüten ihre Weibchen hier irgendwo in der Nähe. Amseln sind nur eine Brutsaison lang monogam, so habe ich das zumindest gelesen. weiter lesen »

 

Was so ein kleiner Rasenmähereinsatz doch ausmacht. Plötzlich wirkt der hintere Garten geradezu aufgeräumt. Und trotzdem noch wild romantisch. Eine gute Tat vom Hausmann in Kooperation mit dem Franzosen. Der zu diesem Zweck sogar seine Freundin vernachlässigte. Am Sonntag hatte ich dem jungen Paar dann die 7-Seen-Rundfahrt empfohlen. Die ihnen auch gefallen hat, nur ist die Japanerin dabei seekrank geworden. Auf dem Wannsee!  weiter lesen »