Archiv für das Thema: Alltag

Hausmanns Auto musste bewegt, die Batterie aufgeladen werden. Da bot sich ein Ausflug an. Ich habe Caputh vorgeschlagen. In diesem Jahr war ich noch nicht dort, das geht eigentlich nicht. Immerhin währt diese Liebe seit mehr  als 20 Jahren. Der Pflaumenkuchen im Fährhaus noch genauso gut, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Etwas teurer, aber mein Gott, der chice Anbau musste ja  irgendwie finanziert werden. Dann einmal über die Eisenbahnbrücke.  weiter lesen »

 

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sagte ich gestern zum Hausmann. Er hatte angeboten, mit seinem Gartenstuhl noch ein Stück zu rücken, damit ich mehr Sonne hätte. Später forderte er 10 % Provision, sollte ich den Satz irgendwann mal als Buchtitel benutzen. Ich hatte ihn nämlich sofort vergessen. Bei vergessen fällt mir David Sieveking ein. Sein Film “Vergiss mein nicht” über seine an Alzheimer erkrankte Mutter hatte mich vor einigen Jahren sehr berührt.  weiter lesen »

 

Vor meinem Fenster treffen sich die Pfauenaugen. Sie stecken ihre zierlichen Rüssel in die Blüten des Efeus. Am liebsten würde ich ihnen sacht über den Rücken streichen, der Pelz sieht einladend aus. Mit der Kaffeetasse in der Hand beobachte ich das Hin und Her. Die Spanierin übt seit sie wieder da ist für die B1-Prüfung. Wir korrigieren den Brief, den sie über Feiertage in Spanien an eine fiktive Freundin geschrieben hat. Eigentlich müsste am Donnerstag alles klappen. weiter lesen »

 

Erst die demente Katze füttern, dann weiter zu Brünnes Deli. Das Geld, das ich völlig vergessen hatte, soll gut angelegt werden. Pasta mit Pfifferlingen, dazu eine Weinschorle. Nach einer halben Stunde sitze ich so weit in der Sonne, dass ich Tuch und Jacke ablegen kann. Ich schreibe, lese, oder genieße mit geschlossenen Augen hinter der Sonnenbrille den leichten Wind, die Wärme auf der Haut, die leisen Stimmen um mich herum. Ich vermisse nichts. weiter lesen »

 

Gott sei Dank habe ich diese Migräneattacken nur selten. Stundenlang bin ich nur Kreatur. Alles, was mir sonst wichtig scheint, ist bedeutungslos. Liegen und fühlen, diesen bohrenden Schmerz im Hinterkopf, der alle anderen Empfindungen überdeckt,  mehr ist nicht drin. Und dann, wenn der Schmerz langsam verschwindet, die Auferstehung. Kleine Schritte. Ein Kaffee im Garten. Als wäre ich neu geboren. Sogar lesen ist am Abend möglich. weiter lesen »

 

In den letzten Tagen war es immer noch möglich, das Mittagessen – oder wenigstens den Kaffee danach – draußen einzunehmen. Der Tisch direkt vor die  Tür vom Mediraum, sogar Sonne hatten wir.  Weil ich mich nicht mehr auf meinen morschen Balkon traue, sitze ich jetzt manchmal oben bei mir im geöffnetem Fenster auf der Fensterbank. Mit Halstuch und Strickjacke. Ich bin immer noch erkältet, keine Ahnung, warum das so lange dauert. weiter lesen »

 

Den Abend empfangen. Der sich mit verhaltenem Leuchten in mein Zimmer vortastet.  Rücksichtsvoll. Eben saß ich eine Stunde mit dem Hausmann auf der Treppe vor der Tür, atmete den Duft der weißen Rose, wir tranken Crémant von der Loire (zur Taufe des neuen Rasenmähers) und beobachteten Wolken, die mal Hyänen mit langen Beinen glichen, mal Kugelfischen. Der Hausmann sah Zecken und andere Blutsauger. Unsere Phantasien recht unterschiedlich.  weiter lesen »

 

Eine  intime Runde beim nachträglichen Geburtstagskaffee gestern. In der es gar nicht lange dauerte, bis wir bei einem für derartige Anlässe vielleicht ungewöhnlichen Thema angekommen waren. Eine der Frauen arbeitet ehrenamtlich mit Sterbenden. Da gab es nicht nur viele Fragen an sie, nach dem warum, dem wie, wir haben natürlich auch über uns geredet. Über unsere Ängste, unsere Wünsche und Hoffnungen, Erlebnisse, über das, was wir mit dem Tod verbinden eben. weiter lesen »