Archiv für das Thema: Alltag

auf den Schreibtisch. WLAN funktioniert nicht. Ist das ansteckend? Einmal Lichterfelde und zurück? In der von mir unterschriebenen Einverständniserklärung habe ich gerade gelesen, dass ich für das Interview gestern einen elektronischen Gutschein bekomme. 15 Euro für 1,5 Stunden. Nun ja. Ich habe den Termin mit der Psychologin in der Stadt wenigstens mit einem Besuch im C/O verbunden. Robert Frank. Sehenswert. weiter lesen »

 

Es gibt so viele Orte in Berlin, die ich nicht kenne. Clubs sowieso nicht. Vom “Gretchen” hatte ich noch nicht einmal gehört. Mir war außerdem entfallen, dass man bei einem Konzert steht. So im Allgemeinen. Auf den paar schmalen Bänken an der Seite, da sitzen nur Weicheier. Als solches wollte ich mich natürlich nicht outen. Und dass es so warm werden kann, dass man schon vor dem offiziellen Beginn vor sich hin dampft, das hatte ich auch nicht bedacht. weiter lesen »

 

richtig hell werden, jetzt wird es schon wieder dunkel. Blätter treiben über die Straße, lassen sich im frisch gemähten Vorgarten auf das Gras fallen, der Nussbaum wiegt sich im Wind, auf dem Efeu glitzern Regentropfen. Nachdem ich die letzten Tage fast durchgängig draußen verbracht habe, heute das Kontrastprogramm. Ein Tag, um drinnenzubleiben. Vorgeschmack auf den November. weiter lesen »

 

haben sich gelb gefärbt. Dazu dieses betörende Licht, diese Wärme. Das Schattenspiel auf der Schranktür erinnerte mich an “Les Feuilles Mortes”. Geputzt und gekocht mit Ives Montand. Und als hätte es keine Unterbrechung gegeben – kein Freundinnentreff, kein Kino ( “Der Glanz der Unsichtbaren”, schöner kleiner Film, gar nicht kitschig) – sitze ich ein paar Stunden später bei Kerzenschein im Garten.  C’est une chanson.

 

mit dem MF in die Therme nach Ludwigsfelde. Dahin lasse ich mich ja gerne mitnehmen. Während er dicht an dicht mit anderen Körpern in der Banja oder der Arena schwitzte, hatte ich die Heusauna einmal fünfzehn Minuten lang für mich alleine. Zum Abschluss dümpelte ich entspannt im Natronbecken. Still auf dem Rücken liegen, das warme Wasser umspielt meinen Körper, nichts tut weh, paradiesisch ist das. weiter lesen »

 

verdutzt aus. Womit hat er gerechnet, als er den Knödelboy angeflogen ist? Sonnenstrahlen zeichnen Muster auf den Holzboden. Gestern war ich fast zeitgleich mit dem Hausmann zu Hause. Die Heizung in meinem Zimmer war längst aufgedreht, meine Tasche wurde heimlich nach oben getragen, da war nicht mehr viel zu tun. Also saßen wir bei Brot und Kaffee, später bei geistigen Getränken und erzählten von den Erlebnissen der letzten Tage. weiter lesen »

 

war ich auf einer Familienfeier. Es endete mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen, obwohl ich mein Bestes gegeben hatte. Ich überlegte, Goloka anzurufen, aber mir war klar, was er mir raten würde. Ich solle mich in Sicherheit bringen. Erleichterung beim Aufwachen und Verwunderung darüber, auf welch verschlungenen Wegen sich das Gefühl der Nichtzugehörigkeit doch immer wieder in meinen Schlaf schleicht.  weiter lesen »

 

trinke den zweiten Kaffee. Der Wind heult um das Haus, der große Nußbaum schwankt. Kein Hund, der mich mit großen Augen hoffnungsfroh anschaut. Das ist einerseits gar nicht übel, andererseits soll es ja gesund sein, sich schon morgens zu bewegen. Habe ich gestern eigentlich das selbst gemachte Apfelkompott gelobt? Manchmal gehen solche Details ja unter in der Kürze der Zeit, der Schnelligkeit der aufeinander folgenden Gespräche und Bewegungen. Es war lecker. So lecker wie der Aufgesetzte. weiter lesen »

 

Der Hund liegt neben mir und betrachtet seine Pfoten. In den letzten Tagen wurde ich wieder einige Male angesprochen, wenn wir unterwegs waren. “Oh je. Der Arme. Das Alter, was? Wie alt isser denn?” Die Fragenden sind in der Regel auch nicht mehr jung. Sie bewegen sich langsam, haben kein Smartphone vor der Nase, so jemanden fällt ein vor sich hin schlurfendes Tier mit melancholischem Blick auf. weiter lesen »

 

So still wie der Iraker eingezogen ist, so still hat er uns wieder verlassen. Er hat mir sein leeres Zimmer gezeigt, dann gab es eine letzte Umarmung auf dem Treppenabsatz, gute Wünsche für die Zukunft, schon war er fort. Der junge Syrer will in den nächsten Tagen mit der Wohnungsgeberbescheinigung vorbeikommen, die ich ausfüllen muss. Ich habe noch einmal nachgerechnet. Allein in den letzten drei Jahren habe ich mit dreizehn verschiedenen Menschen gelebt. weiter lesen »