Archiv für das Thema: Alltag

Bin gerade am See, schrieb ich gestern Herrn W. Ich wäre wohl seesüchtig. Er würde ja eher das Meer vermissen, allerdings täte es auch die Ostsee. Genau. Und wenn keine Ostsee vor der Tür ist, dann nehme ich eben den See, der mir friedvolle Momente schenkt. Dank des kleinen  selbstaufblasbaren Thermokissens kann ich mich sogar auf einen feuchten, quer liegenden Baumstamm setzen und mich in den wippenden Wipfeln über mir verlieren. In mir wird es weit und still. Zumindest bis mir auffällt, dass es um mich herum alles andere als still ist. Da röhrt die Avus, da rattert eine S-Bahn.  weiter lesen »

 

sondiert die Lage. Keine Nüsse. Dann Abflug. Der Knödelboy interessiert es nicht. Eigentlich wäre heute der Termin mit der Pfarrerin, doch weil ich mich schon gestern nicht gut fühlte, bin ich in Berlin geblieben, hüte das Bett. Auch wenn es mit den Anzeichen einer Erkältung anfängt, endet es dann doch mit Schmerzen. Von daher bin ich mir sicher, dass es schon wieder nicht Corona, sondern das “alte” Leiden ist. Hatte ich jetzt einige Male im letzten halben Jahr. Im Falle eines Todes vielleicht nicht ungewöhnlich. weiter lesen »

 

eine Art Glockenton, der durch das Haus zieht. Die Handwerker sind auf dem Dach. Die Nuss liegt immer noch da, wo ich sie hingelegt habe. Vielleicht macht das Eichhörnchen jetzt Winterschlaf. Oder anderswo sind die Angebote besser. Regelmäßiger. Gestern kam ein Brief von der BStU. Sowohl meine als auch die Personalien meines Vaters sind in den Karteien des Staatssicherheitsdienstes erfasst. Es müssten also Unterlagen über uns vorhanden sein. Allerdings ist mit einer Wartezeit von ein bis zwei Jahren zu rechnen. weiter lesen »

 

ist es matschig, ich habe immer noch nicht das passende Schuhwerk, aber es fühlt sich gut an, durch dicke Flocken zu laufen. Das Äußere entspricht in diesem Augenblick meiner inneren Gestimmtheit. Eine klare, kühle Ruhe in schwarz-weiß mit ein bisschen braun. Die meisten Menschen sind zu zweit, dritt oder viert unterwegs, ich bin froh, alleine zu sein. Seit zwei Tagen bin ich wieder zu Hause, habe kurz und mit noch größerem Abstand als sonst mit den WGlern geredet, keine anderen Menschen getroffen, gut geschlafen. Die dritte Nacht jetzt schon. weiter lesen »

 

des Nachbarn ein schmaler Streifen Schnee. Auf unserer Wiese noch einzelne Tupfen. Der Weg um den See gestern matschig. Ich habe schlecht geschlafen, nach zwei guten Nächten im eigenen Bett wieder eine schlechte. Die vier weißen Rosen, die mir die WGler geschenkt haben, lassen die Köpfe hängen. Die Tasche ist gepackt. Espressokocher und Espresso, ein paar Dinge für die Suppe, die ich heute Abend kochen werde. Gestern rief der Stiefvater an, ich solle doch erst heute kommen, er hätte noch genug zu essen. Als würde ich deswegen zu ihm fahren.

 

vereinzelte weiße Flecken. Die Sonne steckt zwischen den Kiefern im Nachbargarten. Gestern Abend haben der Hausmann und ich am Kamin schon einmal das Jahr ausklingen lassen, da er heute an den Bodensee fährt. Ich beneide ihn um den Schnee, den er haben wird, während sie uns hier wahrscheinlich mit Krümeln abspeisen. Sonst beneide ich ihn überhaupt nicht. Im Gegenteil. In den nächsten Wochen wird es hier im Haus also noch leiser, noch ruhiger, als es das ohnehin schon war. Ist auch mal ganz schön. Und jetzt warten Zahlen und Rechnungen auf mich.

 

den Fensterladen gegen das Fenster. Der Knödelboy schaukelt, Bäume wiegen sich. Die Wetter-App warnt schon wieder vor extremer Kälte. Wo haben die vorher gelebt? Wir haben gestern noch einmal auf der Terrasse an einem kleinen Feuer gesessen. Mit den Schwestern. Warm eingepackt in Decken und ein Fell. Es gab Suppe und Glühwein, Gedichte über den Mond, den Winter, und Erinnerungen an besondere Momente in diesem Jahr (schöne, skurrile), die gab es auch. Drei Stunden haben wir so gesessen, bevor es uns zu kalt wurde.

 

Die Thailänderin kümmert sich in der Küche um einen Kuchen für heute Abend. Wir haben das gemeinsame Essen von gestern auf heute verschoben. Ein Feuer im Regen, das wäre ja nichts geworden. Die Suppe habe ich gestern gekocht, nun schneidet der Hausmann das Brot für die Groutons. Auch aus Bulgarien sind Weihnachtsgrüße gekommen. Ich war mal wieder gerührt beim Lesen. Gerade haben wir der Thailänderin von dem jungen Mann erzählt, den sie leider verpasst hat. “We heard him before we saw him. He was always on the phone.” Gelächter. weiter lesen »

 

sind noch welke Blätter. Am Knödelboy hängt der Kleiber. In einem Meter Entfernung sitzt wartend der Buntspecht. Jetzt sehe ich auch vom Schreibtisch aus die roten Beeren am Ilex. Wenn ich die Brille aufsetze jedenfalls. Die Suppe für heute Abend habe ich gestern gekocht. Die Thailänderin will uns noch einen Kuchen backen. Hoffentlich regnet es nicht, immerhin wollen wir draußen im Grill ein kleines Feuer machen. Um das wir dann nur zu viert stehen werden. Die Spanierin hat Spätschicht. weiter lesen »

 

sollte um 7 kommen. Deswegen bin ich um 6 aufgestanden. Ohne meine Morgenroutine – mit Kaffee im Bett sitzen, langsam aufwachen, schreiben – würde der Tag für mich falsch anfangen. Das Öl kam kurz nach 9. Egal. Dafür könnten wir jetzt einem richtigen Winter trotzen. Könnten wir. Gestern habe ich mit dem Hausmann die wichtigsten Lebensmittel für die Feiertage besorgt. Unser Einkaufswagen eher spartanisch gefüllt im Vergleich. Die Menschen kaufen, als gäbe es kein Morgen, ein Übermorgen schon gar nicht. weiter lesen »