Monats-Archiv: Juni 2010

The young lads of Germany show the „Old Guys“ of England how to play football. Schreibt mir mein englischer Freund in seiner Mail. Und wünscht uns Glück im Spiel gegen Argentinien. Ein fairer Mann, der immer dafür plädiert, dass der Bessere gewinnen möge. Das ist wahre Fußballgröße!

 

Ein entspannter Nachmittag mit der kleinen Tochter von S. Ein erster Versuch, ob und wie es mit uns beiden gehen könnte zukünftig, damit die junge Mutter sich einmal in der Woche ein paar Stunden erholen kann. Natürlich will sie sich nicht erholen, sie will arbeiten, aber vielleicht ist das nach den zwei Jahren, die sie [...]

 

Nach der Stunde bei Frau L. ein Gang über den Markt am Karl-August-Platz. Langsam schlendere ich an den Obst- und Gemüseverkäufern vorbei, flirte mit dem Falafel-Mann, der mir beim nächsten Mal bestimmt Blumen schenken will, versichere dem Mann am Brotstand, dass wir Frauen Männer lieben, weil sie genau die von ihm gepriesenen Eigenschaften aufweisen. Weil [...]

 

Wenn der Schmerz nachlässt, fühle ich mich immer so euphorisch. Seit heute Morgen Kopfschmerzen, keine Tabletten im Haus, nur solche, die mir auch noch auf den Magen schlagen. Ein kurzer Spaziergang zur Apotheke, ich laufe wie eine alte Frau, gebückt, dabei tut mir doch der Kopf weh, aber der aufrechte Gang strengt an. Die Medizin [...]

 

Nach zehn Tagen Prignitz eine Woche Stadt. Ich schlafe bei den Schwestern, die mir mehr als nur ihr Gästesofa anbieten. Bei ihnen kann ich lachen und weinen, manchmal beides gleichzeitig. Nie muss ich irgendwie sein oder mir Mühe geben. In Zeiten wie diesen, in denen ich mich heimatlos und verlassen fühle, ein großes Geschenk.

 

Der Morgen ist warm. Ich lege meine Yogamatte zwischen zwei Apfelbäume. Im Garten, der gemäht und aufgeräumt ist, die Beete geputzt und gesäubert, ein Engel war hier in den letzten Tagen am Werk, ein großer, starker, duftet es nach wilden Rosen und Holunder. Über mir fliegen tausende weißer Puschel, sie steigen aus den Weiden auf, [...]

 

Immer wieder bin ich beim Lesen in Matthieu Ricards Buch auf den Namen Etty Hillesum gestoßen. Eine holländische Jüdin, 1924 geboren, im September 1943 nach Auschwitz deportiert, zwei Monate später dort ermordet. Die Tagebücher, die sie in den beiden Jahren vor ihrem Tod schrieb, wurden von ihr selbst zur Veröffentlichung bestimmt. Sie schrieb noch, als [...]

 

Nach dieser Nacht und diesem schrecklichen Morgen, an dem ich das Gefühl habe, ich wäre kurz vor dem Durchdrehen, ich kann die Gedanken in meinem Kopf nicht mehr zur Ruhe bringen, ich beobachte sie zwar, aber sie werden mehr und unübersichtlicher und all das Beobachten führt am Ende zu nichts, ich fühle mich nur noch [...]

 

Ganz allein fahre ich durch einen riesigen, menschenleeren Wald, und was erstaunlich ist, ich verfahre mich nicht. Dann kommen nette kleine Dörfer, die Roddahn, Helenenhof und Joachimstal heißen. Die Straßen sind so schmal, dass die Landmaschinen immer Vorfahrt haben. Da ich mit meinem Herrenrad noch nicht so intim bin, lande ich einmal unsanft im Graben. [...]

 

Mit dem Rad nach Neustadt. Ohne J., die langsamer fährt und deren Rad man ständig aufpumpen muss, brauche ich fünfunddreißig Minuten. Es gibt hier sechs Fahrräder, von denen im Moment gerade mal eins einsatzfähig ist, und dieses eine ist leider ein Herrenrad. Eigentlich zu hoch für mich, aber da ich mir das in den Kopf [...]