Archiv für das Thema: Bücher

fast waagerecht vor sich her. Die Bäume neigen ihre Wipfel. Heute Nacht habe ich nach den gelben Säcken geschaut, die wir gestern zu denen der Nachbarn an den Baum gestellt haben. Plötzlich hatte ich Sorge, die könnten hier durch die Gegend fliegen. Taten sie aber nicht. Es war ungefähr drei, ich hatte noch nicht geschlafen. Hatte alle gelernten Gedichte mehrmals aufgesagt, hatte noch einmal über das kluge, auch witzige, mich überaus beglückende Buch “Herkunft” von Saša Stanišić nachgedacht. weiter lesen »

 

wurde im Garten nach alter Raku-Technik Keramik gebrannt. So etwas habe ich noch nie gesehen, ich wusste nicht einmal, dass es diese Technik gibt. Aber das ist ja das Schöne am Älterwerden, man lernt nie aus. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Rad ans Meer, saß glücklich mit dem Gesicht in der Sonne an der Mole, später nicht ganz so glücklich mit Buch im Café. Bzw. vor selbigen, für Innenräume war es viel zu mild. weiter lesen »

 

sagte die Spanierin, als ich nach dem Duschen aus dem Bad kam. Sie hat Humor, so viel ist klar. Das Schlafzimmer vom Hausmann ist gelüftet und gesaugt, Bettzeug bringt sich die Gießener Freundin selber mit. So macht sie das auch, wenn wir ins Havelland fahren. Die Futterstation für die Vögel ist frisch gefüllt, jetzt können sie wieder kommen. Weil das früher nie so ratzekahl leergefressen war, überlege ich, ob diese sehr große Maus oder die kleine Ratte, die neulich über das Gitter vor meinem Gartenfenster lief, dafür verantwortlich ist. weiter lesen »

 

Tisch und Stuhl auf der frisch gemähten Wiese in der Sonne. Angeblich soll es  im Laufe des Tages noch kräftige Schauer geben. Morgen auch. Da will der Mopedfahrer trotzdem in die Pilze. Gestern Abend habe ich Schnecken gejagt. Gefangene wurden nicht gemacht. Ich sage nur Mülltonne. Sechs Stück allein in der Dreimasterpflanze, die schon ganz abgefressen aussieht. Drei bei den Gurken. Und meine wunderschöne große einmalige wunderbare Tomate… weiter lesen »

 

John Burnside. Ich hatte noch nicht einmal von ihm gehört. Und dann falle ich in dieses Buch, fühle mich getroffen, mit einer solchen Wucht, wie es mir lange nicht passiert ist. Fange am Ende gleich noch einmal von vorn an. Eine Kritik in der ZEIT hatte mich aufmerksam gemacht. Manchmal passiert es, dass ich dann sofort los laufe, weil ich unbedingt dieses Buch haben muss. “Wie alle anderen”. Der Bericht von einem Mann, der versucht, normal zu werden. So wie alle anderen eben. weiter lesen »

 

Mit den Freunden aus Schlachtensee im al lago verabredet. Sie hatten mir und einer anderen Freundin ein Trüffelessen zu unseren jeweiligen Geburtstagen geschenkt, das nun eingelöst wurde. Lecker war’s, gemütlich, nur hatte ich mich vorher mal wieder sehr beeilen müssen. Versinke gerade in jeder freien Minute in der Autobiografie von Marina Abramovic. Lese ein wenig atemlos, und passe mich damit vermutlich dem Tempo der Schreiberin an, das mir auch ein wenig atemlos verkommt. weiter lesen »

 

Gestern war ich lange am See, habe in der Sonne gesessen und gelesen. Wieder ein Buch aus SEINEN Beständen. Vierzig Arten der Liebe. Von Elif Shafak. Eine Frau – 2 Kinder, Haus, Mann, alles bestens auf den ersten Blick – hat sich nach Jahren des Hausfrauenlebens einen Job gesucht. In einer Literaturagentur. Nun soll sie ein Gutachten über einen Roman schreiben. Beim Lesen stellt sie nicht nur ihr eigenes Leben in Frage, sie verliebt sich auch in den Schreiber. So weit so vorhersehbar. weiter lesen »

 

Neben mir sitzt G. und tippt auf ihrem Handy. Keine Geräusche aus dem Zimmer der Mädels. In der Küche wird Obst geschnibbelt. Gestern Abend habe das Buch von Katharina Hacker “Eine Art Liebe” ausgelesen. Von Moshe, früher Moses, dem Israeli, und Jean, Franzose, Trappist. Moshe hat seine Geschichte – vor allem auch die Geschichte einer Freundschaft, Schuld spielt ebenfalls eine Rolle – der Erzählerin “geschenkt”, damit sie sie aufschreiben soll. Wie mir Google erzählt hat, handelt es sich dabei in weiten Teilen um die Lebensgeschichte des Historikers Saul Friedländer. weiter lesen »

 

Noch einmal Scott Peck gelesen. Auch beim zweiten Mal beeindruckt. Der wunderbare Weg. U. a. schrieb er, dass jeder Mensch eine Religion hat. Wir würden diesen Begriff nur zu eng fassen, weil wir ihn immer mit Gott verbinden. Für ihn war “Religion” jedoch die Art und Weise, wie wir die Welt verstehen (das Universum ist Chaos, für einen anderen ein Ort, an dem für alle gesorgt wird und dergleichen mehr). Dieses Verständnis entwickeln wir aufgrund unserer frühen Erfahrungen. Wir glauben, dass Gott so handelt, wie einst unsere Eltern (oder deren Stellvertreter) gehandelt haben.  weiter lesen »

 

Das dicke Buch “Americanah” hatte mir meine Mannheimer Freundin zu Weihnachten geschickt. Eine Weile lag es unter dem Baum, dann auf dem Tisch, später im Regal. Während ich mich mit dem autobiografischen Text “Der Stift und das Papier” von Hans-Josef Ortheil beschäftigte und dabei immer wieder mit meinem Gefühlen kämpfen musste. Neid ist eben alles andere als nett. Aber bei der Beschreibung dieser Schreibschule, die der kindliche Autor durch seine Eltern erfahren hat und über die er als Erwachsener in vertrauter Art und Weise berichtet, was soll eine Schreiberin denn da beim Lesen fühlen? weiter lesen »