Archiv für das Thema: Filme

war ich auf einer Familienfeier. Es endete mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen, obwohl ich mein Bestes gegeben hatte. Ich überlegte, Goloka anzurufen, aber mir war klar, was er mir raten würde. Ich solle mich in Sicherheit bringen. Erleichterung beim Aufwachen und Verwunderung darüber, auf welch verschlungenen Wegen sich das Gefühl der Nichtzugehörigkeit doch immer wieder in meinen Schlaf schleicht.  weiter lesen »

 

Ob ich spontan zum Frühstück in die Stadt kommen würde, hatte mich die Freundin aus dem Norden kurz vor acht gefragt. Dann wurde es ein eher spätes Stück in der Buchkantine, und vorzeitig abberufen wurde sie auch. Mann erwartete sie im Baumarkt, worüber sie nicht amüsiert war. Nachdem ich ihr mein Mitgefühl ausgesprochen hatte, bin ich ins Delphie Lux gefahren. Christos Floating Piers hätte ich mir damals gern live angesehen, nach dem Film war ich froh, es nicht getan zu haben. Berückend schön dafür die Bilder auf der Leinwand. weiter lesen »

 

Manchmal bin ich nach dem Kino noch so drin im Film, dass es mir schwer fällt, ein Gespräch zu führen. So ging es mir gestern nach “Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit”. Obwohl mich einiges gestört hat – die Musik, ich war kurz davor, mir die Ohren zuzuhalten, auch die Kameraführung gefiel mir nicht durchgehend – hatte ich eine Verbindung zu diesem Maler. War berührt von seiner Einsamkeit, seiner Verzweiflung, seinen Ängsten. Habe mich über Gauguin geärgert, der in Arles nur an ihm herumgemeckert hatte und ihn zur Abstraktion, zu einem “Malen aus dem Kopf” überreden wollte. weiter lesen »

 

Bohemian Rhapsodie. Ein wunderbarer Film. Und Rami Malek, den ich mir nach dem Trailer eigentlich nicht als Freddie Mercury habe vorstellen können, hat mich meine Vorbehalte ganz schnell vergessen lassen. Wir haben gelacht und geweint, am Schluss gesungen. Etliche Gänsehautmomente, der legendäre Live-Aid Auftritt war nur einer davon. Und dann bin ich mal wieder ein wenig benommen aus dem Kino gestolpert, beglückt und traurig. Und jetzt  habe ich alles noch einmal rauf und runter gehört. Who wants to live forever. Love of my live. We are the champions. weiter lesen »

 

Sitze mal wieder mit Tuch um die Schultern am Schreibtisch. Der Wind drückt auf die großen Fenster, es zieht. Der Hausmann schreibt von einem Ventilator, an dessen Flügeln die grauen Tage wie nasse Fetzen hängen. Ein interessantes Bild. Nächste Woche kann die Berliner Damenwelt aufatmen, dann ist er angeblich wieder da. Die Spanierin atmet jetzt schon auf, sie hatte dank einer kleinen Intervention einen Termin bei “meinen” Ärzten und ist weiter krankgeschrieben. Obwohl sie sich kaum richtig bewegen kann, wollte sie morgen wieder alte Menschen umbetten. weiter lesen »

 

“Das ist unser erster Glühwein,” hatten wir dem jungen Mann in seiner Bude auf dem Kudamm fröhlich gestanden. “In diesem Jahr?” Nein, in dieser Glühweinsaison, die irgendwann Ende November anfängt, wenn die ersten Weihnachtsmärkte öffnen. Natürlich haben wir schon Glühwein getrunken, aber eben nicht draußen in der Kälte, wo es doch viel zünftiger ist. Und nach diesem Film auch passte. Warum haben sie dem so einen harmlosen Titel gegeben? Damit ihn sich auch Männer ansehen, die man mit “Woman at War” womöglich verschreckt hätte? weiter lesen »

 

Bis zu den Kammerspielen in Kleinmachnow laufe ich gerade mal fünfundzwanzig Minuten. Die Freundin mal wieder auf den letzten Drücker. 25 km/h. Zwei Brüder fahren nach dem Tod des Vaters mit dem Mofa an die Ostsee. Ein Roadmovie mit Bjarne Mädel und Lars Eidinger in den Hauptrollen.  Ich bin immer wieder erstaunt, wie wandlungsfähig dieser Lars Eidinger ist. Das macht einen guten Schauspieler wohl auch aus. Allein seine Augen, wenn er gar nichts sagt, nur guckt. Da ist alles drin. Vor allem das, was die Figur lieber für sich behalten würde.  weiter lesen »

 

Mit der Freundin aus dem Norden in der Buchkantine. Eigentlich wollten wir frühstücken, dann wurde aber ein Mittagessen daraus, weil wir beide so hungrig waren. Wir sehen uns alle acht oder zehn Wochen, aber nach einem solchen Treffen nehme ich mir oft vor, das zu ändern.  Sie ist mir so vertraut, so lieb auch. Ihr erster Freund war mein bester Freund. Das ist jetzt mehr als vierzig Jahre her. Wenn ich so etwas mal nachrechne, wird mir einmal mehr mein Alter bewusst. Aber was ich alles mit den unterschiedlichsten Menschen erlebt habe. Das fühlt sich gut an.  weiter lesen »

 

Nach langer Zeit morgens mal wieder eine Mail von Herrn W., der sich rar gemacht hat, und mir schreibt er dann, ich wäre irgendwie abhanden gekommen. So kann man es auch drehen. Aber wenn er mal schreibt, dann ist das so interessant, so inspirierend auch, dass ich meine übliche Routine in den Wind geschlagen habe, um schon am Vormittag nach Neukölln zu fahren. Dort läuft im WOLF noch der Film “Glücklich wie Lazzaro“, den W.  für den vielleicht besten Film des Jahres hält. Und ich halte eine Menge von seinen Einschätzungen. weiter lesen »

 

Gestern habe ich im Stehen in der Küche gefrühstückt. Ich habe es nicht ins Eßzimmer geschafft, weil der Hausmann so spannend von einem Buch (”Die Arbeit der Nacht” von Glavinic) und einem Film (”The Quiet Earth”) erzählt hat, die beide ein ähnliches Thema, eine ähnliche Versuchsanordnung haben wie jener Film, den ich mir nach der Praxis ansehen wollte. Immer geht es um eine Welt, in der die Menschen (bis auf einen oder ein paar wenige) plötzlich verschwunden sind.  Man weiß nicht, wie das passiert ist, ob irgendwer sie weggebeamt hat. weiter lesen »